Mittwoch, Januar 21, 2009

Bloss nicht drüber reden

Viele Menschen* fragten mich, wann ich mich aus aktuellem Anlass wieder zu einer seitenlangen Hasstriade gegen Uri Geller und die zweite Staffel seines Mentalisten-Castings herablasse. Und natürlich habe ich mit diesem Gedanken gespielt. Die Beiträge vom letzten Jahr zu Schreiben hat ungemein viel Spaß gemacht. Nachdem ich aber gestern die zweite Folge der aktuellen Staffel gesehen habe, muss ich von diesem Vorhaben wieder Abstand nehmen. Warum? Weil ich entgegen anders lautender Meinungen einem gewissen Ehrencodex folge und nicht unnötig auf am Boden liegende Opfer eintrete. Und wenn diese Geschundenen sich ihre klaffenden Wunden der Schande sogar selbst zugefügt haben, dann stecke ich bisweilen auch meine extrakleine Schlagbohrmaschine wieder ein und sehe davon ab, mit ihr heimlich unter irgendwelchen Bauchdecken nach Öl zu bohren.










Dieser pinke Frosch konnte mich mit seinem Flehen nicht von meiner endlosen Suche nach dem schwarzen Gold aufhalten.

Was hat sich die Sendung denn nun selbst angetan, fragt ihr?

Ganz einfach, eine Quote von 3 zu 5: Fünf Auftritte gab es und drei davon gingen tiefer in die Hose als ich mir selbst beim Blick auf spiegelnde Oberflächen. Oder meine Freundin sich bei Wrestling-Matches mit dem Undertaker.











Kaum zu glauben: Mit diesem verweichlichten Stereoiden-Emo muss ich um die Zuneigung meiner Freundin konkurrieren.

Wo war ich? Richtig, bei der gestrigen Sendung, über die ich ja eigentlich gar nichts mehr schreiben wollte. Nur soviel: Der viel missbrauchte Begriff des "Fremdschämens" wurde insbesondere beim Auftritt der weiblichen Mentalistin auf ein ganz neues Level gehoben. Oder besser gesagt nach besagter Performance: Ein Mann, der so aussieht wie ich und (nicht nur deswegen) der einzig sympathische Vertreter der menschlichen Spezies in der besagten Szene ist, wird von der Co-Moderatorin Zicky McZickenzitz fälschlich beschuldigt, den selbstmörderischen Trick einer angeblich 26jährigen Zauberin vom Melmac versaut zu haben. Und ein Millionenpublikum sitzt vor dem Fernsehgerät und rutscht peinlich berührt im Jacuzzi herum. (Wie bitte? Jacuzzi habt ihr nicht? Eher Hartz-4-like in die Wanne pupsen, oder was?)






Etwas weit hergeholt, sagt ihr? Das liegt daran, dass ihre Ohren von dem Büschel Stroh verdeckt werden. Und überhaupt: Als ich Jada Pinkett-Smiths mit einem Schnitzel verglichen habe, hat sich auch niemand beschwert. Nichtmal Mrs. Smith selbst. Was beweist, dass ich mir scheinbar alles rausnehmen kann, ohne das jemand jemals böse auf mich sein könnte. Also Klappe zu, ihr Sackhaar-Toupetträger.

Oder was sollte das mit diesem indianischen Schamanen-Schabernack? Der war doch höchstens Häuptling vom Stamm der Krummschniedel. Oder was will mir dieses nur unwesentlich phallisch aufgeladenes Foto sonst sagen?













Not impressed by your Tripper-Tomahawk, Chief Who-dances-with-fags.


*Ich schätze Mitmenschen wie krustyDC inzwischen so sehr, dass ich ihn ohne falsche Scham als "viele" Personen bezeichne. Seht ihr, so gern hab ich ihn, den verrückten Clown. Vielleicht rede ich von ihm aber auch im Plural, weil ich ihn kürzlich in der Psychatrie besucht habe und innerhalb weniger Minuten mit ihm, Napoleon, Scotty Pippen und einem Fass voller abgekauerter Fußnägel gesprochen habe.