Donnerstag, Juni 05, 2008

Das Ende aller Tage

Aufgemerkt, liebe GrabschänderInnen!

Falls sie's noch nicht gemerkt haben, hier eine Bekanntmachung aus dem Propagandaministerium: Morgen geht übrigens die Welt unter, denn Otto Waalkes feiert irgendwas (wahrscheinlich sich selbst) und RTL hält rücksichtslos mit der Kamera drauf, ohne zu Bedenken, dass sich gleichzeitig irgendwo in Düsseldorf vor Schreck ein (großer) Hodensack entschrumpelt. Bevor gewisse Menschen, die mich schon einen Tacken länger persönlich kennen und meine Entwicklung vom schüchternen Mamakind zum einschüchternden Mamaficker miterlebt haben, mir jetzt dolchstoßtechnisch in den Rücken fallen können, gebe ich es lieber sofort zu - früher, ganz früher einmal, war Otto Waalkes tatsächlich lustig. Hat mich zum Lachen gebracht und was weiss ich.

Aber: Das war einmal. Und nachdem wir eine gewisse Zeit vor seinem ewig gleichen "HA-HAH!" und seiner inzwischen mit seiner Glatze verwachsenen Baseballcap verschont blieben, so hat er sich in letzter Zeit durch diskriminierende Filme über kleinwüchsige Päderasten und als schlechter Synchronsprecher wieder in unser Gedächtnis eingebrannt, wie thailändisches Essen in meinen Verdauungstrakt. Bislang hat er Zeichentrickfilme für die ganze Familie durch seine Synchronisationskünste noch immer in aufrüttelnde Reportagen über menschliches Scheitern verwandelt. Ernsthaft, wenn der Fischfresser aus dem Friesenland einem chinesischen Drachen oder einem unsympathischen Faultier seine Stimme leiht, dann ist dies das akustische Äquivalent eines Genickschußes und keine kindgerechte Unterhaltung. Ihr wurdet gewarnt. Bevor Juristen jetzt hier die fette Beute wittern. Nein, dies ist kein Aufruf zu Gewalttaten, aber doch.

Obwohl ich weiss, dass jetzt alle in ihrem Gewehrschrank nach Opas Karabinern kramen, hier noch einige spontane Impressionen des Topmodel-Finales, das ich nur aus Solidarität mit meiner Freundin JUST IN DIESEM MOMENT gucke.
  • Live ist das nicht.
  • Heidi Klum stammelt trotzdem so ungeplant vor sich hin, als sei es nicht nur live, sondern ginge auch um das Leben ihrer Kinder.
  • Heidi Klum ist kein menschliches Leben und kann daher wohl auch keins zeugen. Alles Lüge, was der Boulevard uns täglich auftischt.
  • Hey, Tonmischers of the World unite and use those Tonblenden. Deutsches Fernsehpublikum kann nicht mal rhythmisch im 2/4-Takt klatschen, dann kann es wohl auch kaum auf Kommando nach einer Sekunde genau auf den Wechselschuss mit dem Applaus aufhören.
  • Wo ich gerade bei öffentlichen Aufrufen zur Körperverletzung bin: Deutsches Studiopublikum, bitte durch die linke Tür...
  • Das vielgelenkige Übel läuft in einem 45° Winkel, der die Gesetze der Schwerkraft auf wundersame, wie auch widerliche Art außer Kraft setzt.
  • Der Strokeface Gremlin läuft dagegen wie Wackelpudding unter Starkstrom. Das klingt nicht nur wie eine ziemliche Sauerei, dass ist auch eine.
  • Auch wenn sie so langweilig ist wie Oralsex mit meinem Ellebogen: Das dünne, ältliche Fräulen sollte gewinnen. Und dann vom Free-Wanda-Commando von der Bühne geworfen werden.
  • Monrose üben sich im Poledancing und performen ihren neuen Song. Ich hoffe, sie werden diesen "Song" nicht wie im letzten Jahr (Viva la Abwechslung!) wieder eine geschlagene halbe Stunde loopen.
  • Wer's gerade nicht sehen kann: Die großgewachsene Proletin der Band fährt heute übrigens nach der Möpse-an-die-Front-Methode. Rückendeckung im wahrsten Sinne des Wortes erfährt ihr Vorbau durch ein Tattoo der Marke "Mit-dem-Buntstift-in-tiefere-Hautschichten-abgerutscht."
  • Die zugegeben immer noch niedliche Bahar beweist, dass man auch nach zwei Jahren im Showbiz dem Konzept des Playbackgesangs so ahnungslos begegnen kann, wie Peter Jackson einer Pediküre.
  • Und diese blonde, jegliche cerebrale Entwicklung noch erwartende Ossibraut soll sich übrigens nicht wundern, wenn sie nach Etablierung der Thoughtcrimes auch weiterhin völlig unbescholten auf Highheels durchs Leben stackseln kann.
  • Meine Befürchtungen wegen dem Loopen bestätigen sich übrigens. Call me Davstradamus.
  • Heidi Klum hat gerade den klügsten Satz der Sendung von sich gegeben: "Hui, Bua! Haha!"Übersetzt aus der Sprache der schrillen Schrappnelle bedeutet das: "Erschießt mich, es ist zu unser aller Wohl."
  • Die Sendung wird häufiger durch unnötige Pausen unterbrochen als ein Beischlaf mit einem Narkoleptiker.
  • Ich gönne Heidi Klum keinen glücklichen Moment in ihrem Leben.
  • Rolf-Öh hat mich in den letzten 20 Sekunden (also von einer Werbepause zur nächsten) zweimal subtil angemacht. Noch einmal, und er kriegt mich rum.
  • So, eine fliegt jetzt raus. Dramatische Synthies: AN. Heidi sagt bedeutungsschwanger, sie hasse diese Momente vor einer Entscheidung. Ich denke bei mir, ich hasse jeden Moment bei dem ich Heidi Klum nicht mit einen Spühlschwamm die Augäpfel poliere.
  • Der ungelenkte Junge mit Riesenwuchs ist weiter. Ich balle wütend die Faust in meiner Hosentasche. Ein Hoden geht dabei zu Bruch. Überlege, Pro7 zu verklagen.
  • Bambi McBummBumm ist raus, nimmt es mit Fassung.
  • Breche an dieser Stelle ab. Ist doch ohnehin alles egal. Sollte tatsächlich "Er-mit-hundert-Tentakeln-und-tausend-Gelenkschäden" gewinnen, wie es die "versehentlich" geleakte Liste voraussagt, geht die Welt eben einen Tag früher unter.

1 Comments:

At 10:30 nachm., Juni 05, 2008, Anonymous Genshman said...

Auch wenn ich persoenlich mich nicht von dem "Gorgonen" der Neuzeit auf meiner Couch versteinern lasse, muss ich sagen "OMG FUCKING AWSOME !! THIS GETS A-PLUS ... HIGH FIVE!!" Ok, nachdem das gesagt worden ist ... I hope the show goes on ...!!

 

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