Mittwoch, März 19, 2008

Villian of the Day #57

Langsam gehen mir die Sendungen aus, über die ich in diesem tollsten Blog der Welt noch nichts geschrieben habe. Gottlob bin ich gerade beim Zappen auf Teenager außer Kontrolle gestoßen, im Folgenden Annegrets-Super-Sado-Sand-Show genannt. Ich bin nach 2Girls2Cup (Danke, KrustyDC.) und 2Men1Horse (Nochmals danke, KrustyDC. Du krankes Schwein.) einiges gewohnt, doch bislang habe selbst ich noch keine Episode dieser Reality-Dokumentation aus dem Dickdarm des Erziehungswesens bis zum bitteren Ende durchgehalten. Für die elitäre Gruppe all derer, die nur wegen der sporadisch von 3SAT übertragenen Avantgarde-Theaterstücke über das Leiden der radikal-feministischen Baumwollpflückerinnen im Tschad ein TV-Gerät besitzen, hier eine kurze, aber ausreichende Beschreibung des Sendekonzepts: Jeden Mittwoch lädt RTL bei Annegrets-Super-Sado-Sand-Show in ein Bizzaro-Paralleluniversum ein, in der die Achsenmächte offenbar den Sieg über die freie Welt errungen haben und nun auf amerikanischem Boden Pubertierende und andere Systemgegner psychisch zu Grunde richten. Willkommen in Neu-Sachsen-Anhalt (Oregon)!

Wie ich, Capt. Kruppstahl himself, die Sendung nicht gucken kann? Zu unmenschlich erschien mir die "Erzieherin" Annegret, das ultimative Amalgat aus sprachbehindertem Redneck und busenlosem SS-Shewolf, zu widerlich der Off-Kommentar, stets darum bemüht, gegen ihren Willen in die furztrockene Wüste entführte Kinder als zukünftige Oma-Mörder und In-Babyklappen-Pinkler darzustellen. Zu diesem Zweck werden sie von RTL wahlweise als Schlägerbraut, Junkie, Ausreißerin, Linkshänder, 1337-Hax0r oder Ohrringträger bezeichnet. "Wer beendet diesen Wahnsinn, wer beendet die Schreckensherrschaft dieser bösartigen Teufel?", fragen besorgte und überforderte Eltern allerorten und ich unisolo - leider meinen wir nicht das selbe. Denn während ich dem Expertenteam aus Schweizern und anderen Menschenfeinden einen mit Stacheldraht umwickelten Stock ins After wünsche, wünschen sich die anderen Zuschauer mit Sorgenfalten bis zur Arschritze nichts mehr, als dass ein jugendlicher Wille gebrochen, eine Rotznase gedemütigt, auf jeden Fall aber ein Minderjähriger für ein nichtiges Vergehen wie Reden (kein Witz!), Kontaktaufnahme mit Gleichaltrigen (kein Witz!) und die Verweigerung der stündlichen Eigenurin-Ration bestraft wird!









2 Men, 1 Horse.

Und wenn es erstmal so weit ist, wird nicht lange diskutiert, dann wird den Kleinen nicht einmal mehr das Reden erlaubt. Natürlich nur zum Besten der völlig eingeschüchterten Kleinen, wie die Betreuer bei jeder Strafmaßnahme eifrig betonen. Während die sadistischen Widerlinge sich möglicherweise offscreen gegenseitig etwas auf der Fleischflöte vorspielen, müssen die Kinder irgendwelcher Erziehungsversager alleine in der Wildnis ohne Essen und Decke ausharren. Genau das also, was Lehrfilme wie die 100 Tage von Sodom seit Jahrzehnten an erfolgreicher und nachhaltiger Erziehung predigen: Porno-Pädagogik für emotionskastrierte Kinderhasser, ein verquäres Law-and-Order-Prinzip inbegriffen. Zum Glück zähle ich inzwischen fast so viele Lebensjahre wie Obersturmbandführer Annegret Kinderseelen auf dem Gewissen hat, weswegen mir diese illustre Gruppe an Amon-Göth-Imitatoren mal so gar nichts kann. Arschlecken, Wüstenmäuschen.









Trocken, ausgedörrt und lebensfeindlich. Auch im Bild: Die Wüste.


PS.: Danke an meinen Browser, der sich spontan entschlossen hat, ein gutes Drittel der heutigen Liebeserklärung in unsinnigen HTML-Quellcode zu verwandeln.

2 Comments:

At 10:44 vorm., März 20, 2008, Anonymous 0211 said...

Die Wüste ist nicht so lebensfeindlich wie sooft angenommen!
Aber Recht haste, feinfein!

 
At 5:03 nachm., März 23, 2008, Anonymous krustyDC said...

Ich bin "nett"!!!

Sagen meine Eltern. Also Klappe zu ;-)

 

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