Dienstag, März 04, 2008

Langu und die Ladies #3 aka Villian of the Day #56 aka Verona Pooth, der Todfeind allen menschlichen Lebens

Wow, ist das eine Überschrift. Ziemlich lang, aber ich hab's ja auch mit langen Dingern. Ich hab's aber auch mit der famosen Pro7-Unterhaltungsshow The Next Uri Geller.


Bevor jetzt wieder kritische Stimmen kommen, weil ich dieser Sendung schon zwei semi-lustige Beiträge gewidmet habe, möchte ich anmerken, dass die heutige Episode mir die Steilvorlagen quasi im Sekundentakt um die Ohren gehauen hat. Diesmal lag es aber nicht an Herrn Geller, the mental one. Sondern in erster Linie an Verona Pooth, die Grenze zum menschlichen Leben.

HALT...! Ach, zu spät. Ich sehe schon, wie sie jetzt wieder alle die Augen verdrehen und stöhnen: "Oh Mann, Langu! Das ist sowas von 1996. Wir alle wissen doch, dass die seit längst vergessenen Peep!-Zeiten immer nur so dumm tut! Die ist in Wahrheit eine total clevere Geschäftsfrau und eine Meisterin der Selbstinszenierung. Und außerdem reitest du jetzt ziemlich schamlos auf dieser allgegenwärtigen "Fürst-Franjo-von-Liechtenstein"-Hetzkampagne Welle herum! Das ist jetzt in etwa so lustig, als würde Tine Wittler Schlumpfhausen zertrampeln" Aber, hey! Erstens bin ich sogar höchstselbst Besitzer eines Maxfield-MP3-Players: Mit offenbar aus Jungfernhäutchen gefertigtem Display - einmal Finger drauf und schon sind Kratzer drin. Somit habe ich meinen Beitrag für Franjo Pooths Armenrente bereits geleistet. Und zweitens bin ich Tine Wittler schon zuvor gekommen und habe Schlumpfhausen kürzlich erfolgreich mit den Abgasen aus Benes Moped entvölkert. (Stummelschwänzige Käferficker...) Und drittens ist das ewige Argument von der geschickten Vermarktung der angeblichen Dummheit heute schlagartig widerlegt worden. Mama, ich zerstöre ungern deine Illusionen, aber die Ex-Feldbusch ist keine Bereicherung für den Gen-Pool.













An diesen Anblick besser nicht gewöhnen: Ein Pooth mit Kohle.

Was ich jetzt schreibe, ist eine minutöse Wiedergabe dessen, was Verona Pooth innerhalb weniger Minuten vor einem Millionenpublikum verbockt hat. Sie war nämlich auserkoren, persönliche Assistentin von Vincent Raven für dessen unspektakulären Performance zu sein. Das ging so: Vincent legt ein Hühnerbeinchen in einen von sechs identisch aussehenden Holzkisten, wobei er in gebrochenem Deutsch irgendeine Anekdote über tote Feder und die Toupetfabrik seiner Mami zum Besten gibt. Frau Pooth, die ich in Ermangelung einer passenderen Bezeichnung im Folgenden nur noch "Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P." nennen möchte, hat nun die Aufgabe, die sechs Kisten wahllos im Publikum zu verteilen. Ravens Behauptung: Er könne mit Hilfe seines panisch verängstigten Rabens voraussagen, welcher Zuschauer letztendlich den vermoderten Hühnerknochen (Gemeint ist nicht Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P.) bekomme. Seine vermeintliche Helfershelferin geht also zum ersten Gast, den sie mit ihrem debilen Blick erspät. Raven gibt von der Bühne aus seine Anweisungen an den Zuschauer. Ich zitiere aus dem Gedächtnis und verzichte auf die Wiedergabe des peinlichen Stimmen-Verdopplungs-Effekts, der höchstens Käufer von Celtica-Samplern und anderen Ossis imponiert und ihnen einen wohligen Schauer des Grusels über den haarigen Rücken jagt:
"Stehen sie bitte auf. Nehmen sie die Kiste in ihre rechte Hand, halten sie diese hinter ihrem Rücken verborgen und legen sie ihre Herzhand auf die Brust. Bleiben sie anschließend bitte stehen."
Der Gast fügt sich, bislang schein alles nach Plan zu laufen. Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P. geht zum nächsten Zuschauer, einem jungen Mann mit Veste. Raven wiederholt seine Anweisungen wortgenau, ich drücke stattdessen CRTL+V:
"Stehen sie bitte auf. Nehmen sie die Kiste in ihre rechte Hand, halten sie diese hinter ihrem Rücken verborgen und legen sie ihre Herzhand auf die Brust. Bleiben sie anschließend bitte stehen."
Diese Prozedur wiederholt sich noch ein weiteres Mal, mit den exakt gleichen Instruktionen vom Federflüsterer:
Aufstehen, linke Hand, rechte Hand, stehen bleiben.
Ihr habt's geschnallt, ich hab's geschnallt, selbst die auch anwesende Jeanette Biedermann hätte es vielleicht geschnallt, wenn sie nicht gerade in Gedanken ein Rezept für Mutterkuchen auf Knäckebrot verfasst hätte. Doch was nun folgt, ist wie Michael J. Fox vor einem Pissoire - Alles geht daneben und dennoch kann man seine Augen nicht abwenden.
Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P. stolziert zielstrebig auf den vierten Publikumsjoker zu und eigentlich müsste sie inzwischen eine gewisse Ahnung haben, welche Mindestanforderungen dieser mitbringen müsste. Es ist zugegeben für einen gesunden Erwachsenen nicht allzu schwer, die minimalen Softskillz für diese Aufgabe vorzuweisen: Zwei gesunde Beine und eine normal entwickelte Handkoordination. Wieso suchst sie sich dann von den tausend geladenen Gästen ausgerechnet (und für den Trickser von der Bühne aus wohl nicht sichtbar) einen kleinen Jungen im Rollstuhl aus, der offensichtlich und bedauerlicherweise an einer schweren körperlichen Behinderung leidet? Aufstehen: No go! Dinge hinter seinen Rücken halten? In seinem Fall leider auch nicht möglich. Vielleicht ist es noch nicht in den Pooth'schen Sündentempel vorgedrungen, dass man in der Regel nicht zum Spaß im Rollstuhl sitzt. Ich will Unzurechnungsfähigem Hassobjekt P. nicht die böswillige Absicht attestieren, den armen Kerl vor einem Millionenpublikum vorzuführen, vielleicht wollte sie ihm ja - einer Bizarro-Logik folgend - gar einen Gefallen tun. Aber das Gegenteil von "gut gemeint" ist bekanntlich "ein wertloser Haufen Biomüll in Damenschuhen sein". Wir saßen zu dritt vor dem TV-Gerät und umittelbar vor Rolligate schrien wir unisolo auf: "Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P., wähl nicht den Typen im Rollstuachfickmichtotsiehatsdochgetan!" Als hätten wir's verhindern können. Was weiss man denn, was in so einem verdrehten Geist vorgeht? Und als Vinnie dann die Demütigung perfekt macht und den kleinen Kerl auffordert, doch bitte aufzustehen, wurde der Begriff "Fremdschämen" auf eine ganz neue Ebene erhoben - Scham nicht für den Rollstuhlfahrer (der ja weiss Gott nichts falsch gemacht hat), sondern für die geistige Umnachtung eines angeblichen Medienprofis. So muss sich der liebe Gott fühlen, wenn er seine Schöpfung begutachten will und sein Blick auf Brandenburg fällt. In jedem Fall war dies dann auch in etwa der Zeitpunkt, an dem wir uns stillschweigend gewünscht haben, dass Gott einen Engel vom Himmel herabsenden möge, auf dass er Unzurechnungsfähigem Hassobjekt P. mit einem in Flammen stehenden Rollstuhl über den Kehlkopf fahre.


The Horror, the Horror


Ich möchte der Vollständigkeit halber noch anmerken, dass Unzurechnungsfähiges Hassobjekt P. nicht die einzigen Fauxpas des Abends fabriziert hat: Vicent Raven hat eindrucksvoll bewiesen, dass er vielleicht auf Wunsch mit den untoten Seelen von Prinzessin Diana und Joseph Stalin kommuniziert, aber ums Verrecken den Namen "Jeanette" nicht schreiben kann. Und dass sein Rabe nicht nur gerne mal nach Herzenslust auf den Studioboden kackt, sondern auch gar nicht daran denkt, länger als zwei Nanosekunden auf seiner Stange sitzen zu bleiben. Da empfanden wir kurzzeitig so etwas wie Mitleid, bis uns auffiel, dass wir als Zeugen der Pooth-Peinlichkeit zu dieser Gefühlregung eigentlich nicht mehr in der Lage sein dürften. Einzige Ausnahme: Der Typ im Rollstuhl, der im Übrigen (und dass kann man widerum dem David Lee Roth-Imitator mit dem SM-Fummel vorwerfen) für den Rest der oben beschriebenen Performance aus unerfindlichen Gründen keine Rolle mehr spielte und folglich den Inhalt seines Kästchens auch nicht mehr vorzeigen durfte. Man könnte auch sagen, da wurde jemand durch die himmelschreiende Dummheit anderer erst in aller Öffentlichkeit erniedrigt und anschließend stillschweigend aus dem Verlauf der Sendung entfernt.

4 Comments:

At 3:38 nachm., März 05, 2008, Blogger el bembe said...

ein langweiliger mittwochmittag und dann so ein fest der hassgefühle... schön!

 
At 6:59 nachm., März 06, 2008, Anonymous paxil hat auch einen maxfield! said...

"An diesen Anblick besser nicht gewöhnen: Ein Pooth mit Kohle." Ich habe zwar den Rest noch nicht gelesen, mach mir aber jetzt schon vor Lachen in die Hose!!

 
At 1:08 nachm., März 07, 2008, Anonymous krustyDC said...

Das beste beim youtube video sind die Kommentare von wegen "die schließen Behinderte aus der Show aus"...

Dabei war Verona doch die ganze Zeit präsent...

 
At 11:03 nachm., März 18, 2008, Anonymous Anonym said...

Ich hab nie geglaubt, dass die Frau was im Hirn hat. Ansonsten hätte sie nach der Demütigung durch Loosercomedian Oliver Pocher, mit dem Inhalt ihrer Brust könne man ein Fenster abdichten, nicht erwidert, dass es vllt auch mit einer Tür geht... Frau Pooth sollte mal dahin gehen, wo der schiefe Turm steht. Denn da wär sie richtig.

 

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