Donnerstag, Februar 14, 2008

Langu und die Ladies #2

Das hier schreibe ich on the fly, live und direkt, während ich den Bundesvision-Song-Contest auf Prost7 sehe.


Erste Erkenntnis: Das Bo hat seine besten Jahre offensichtlich schon hinter sich, und einen Song wie 'Türlich, 'türlich schreibt man nur einmal. Und so eine Frisur, wie er sie jetzt stolz zur Schau stellt, sollte man auch nur einmal tragen dürfen. In einer gerechten Welt gäbe es dafür mindestens Besuch von der Ästhetik-Stasi, eine Runde im Stiefelkreis inklusive.

Links: Nein. Rechts: Ja.

Zweite Erkenntnis: Was auch immer Jennifer Rostock sein wollen, sie sollten aufhören, sich auflösen und sich zu menschlichen Urinalen umschulen lassen. Ohne auch nur irgendwas über diese Band zu wissen, bin ich mir hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte ziemlich sicher. Diese unansehliche Piercing-Mieze und ihre Band aus ungekämmten Klebstoffschnüfflern haben sich gleich nach bestandenem Abitur (Deutsch- und Bio-LK) aus ihrem CDU-regierten Kuhkaff ins Mekka des Trendnachlaufens, nach Berlin aufgemacht. Denn Berlin ist hip, schockt und ist überhaupt die Heimat von allem, das Gold scheißt.
Aber: Tough Luck, Suppenkasper! Denn Berlin ist Mario Barth. Berlin ist MIA. Berlin ist dein Brustwarzenpiercing, das rostet.
Um einen Berliner aus dem Immobiliengeschäft zu paraphrasieren: Berlin will cool sein, aber die Nutte weiß nicht wie. Und, ganz wichtig: Euer NDW-Elektro-Indie-Rotznasen-Pop ist scheiße, abgeschmackt und nicht etwa "frech"! "Frech" wäre, Flers nächste Tournee in Terezin starten zu lassen. Gerade wollte ich noch sagen: "Zwei Freunde bei Myspace sind keine Fanbase.", da merke ich voller Grausen, dass das Jotterr-Fieber schon um sich greift, und das just in dieser Blogosphäre! Mein Geschmack ist bindend, meine Meinung ist Maßstab. Dieses eherne Gesetz sollte in unser allem Interesse diesseits wie jenseits der Landpommeranzen-Sphäre gelten. In Kuhstall-Dorfdisken und außerhalb. Ende der Durchsage, Ende der Karriere.

Dritte Erkenntnis und das eigentliche Thema: Die unsägliche Johanna Klum.
"Aber, aber, Langu!", schreit die Meute. "Die Johanna ist doch ein ganz patenter Blickfang! Ein ganz Süßes Zuckerschleckerchen mit einem Modebewusstsein ohne Gleichen und einem Körperbau, der an deinen gemahnt - und das ganz ohne Baucheinziehen!"
Stimmt schon, sage ich dann. Niedlich sieht es aus, wenn sie kokett in die Kamera lächelt. Ganz sicher hat sie Modelerfahrung und ganz sicher hätte sie in diesem Berufszweig eine ganz fantastische Karriere vor sich gehabt. Aber leider hat sie nicht nur lange Beine, sondern auch ein Mundwerk. Und das ist träge wie mein Schließmuskel. Mit Verlaub, reizendes Fräulein:
AB HEUTE UND FÜR IMMERDA DIE FRESSE HALTEN!

Denn wir schreiben 2008 und selbst in der deutschen Unterhaltungswüste gilt inzwischen nicht mehr: Telepromter of the World, unite and take over! Natürlich vorgetragen und alltagsnah muss sie sein, die Sprache der Moderatoren unter dreißig. Das bedeutet aber - zu Ungunsten für sie, oh schicke Jo - leider auch, dass Anmoderationen nicht wirken dürfen, wie vom Dekolleté abgelesen. Wenn die adjektivgeschwängerte ("phänonmenal", "ansprechend", "außergewöhnlich") Wortwahl so steif und gestelzt wirkt wie eine Giraffenerektion, dann reicht das für die Kirmes, aber nicht für Prime-Time-Unterhaltung. Auch sind auswendig gelernte Witzigkeiten und verkrampftes Spielen mit dem Publikum (Du: "In meinem außergewöhnlich phänomenalen Freundeskreis schätzt man an Brandenburg vor allem die Nähe zu Polen, also den Polenmärkten, höh!" Ich: "Polska bombaye!") ein ziemliches No-Go [Note to self: Nicht vergessen, hier den obligatorischen Schäuble-Witz einfügen.], wenn die Stimme so angenehm ist, wie mit noch tropfendem Fixbesteck beworfen zu werden.
Und ganz wichtig: Bitte nicht bei jeder Gelegenheit wie eine läufige Hündin gucken, wenn die Kameras an sind. Dem mit Prostituierten nicht vertrauten Zuschauern mag diese dezent und herausfordernd angehobene Augenbraue nicht auffallen, aber ich wie man inzwischen weiß gucke ich bei Frauen gerne mal genau hin. Also bitte abrasieren. Das meine ich, das meint meine Freundin. Und die hat sowieso immer recht.

Frohen Valentinstag.

4 Comments:

At 11:52 nachm., Februar 14, 2008, Anonymous krustyDC said...

Herrlich!
Schlechtes TV - Tödlicher Langu. Manche Dinge ändern sich nie. Und das ist auch gut so!

 
At 2:38 nachm., Februar 15, 2008, Anonymous 0211 said...

Nur weil Du Dich bei der Fernseh-Abendgestaltung nicht gegen Deine Holde durchsetzten kannst, haste wieder was zu mäkeln, schön war's aber schon;)ehm, zu lesen:D

 
At 8:54 nachm., März 03, 2008, Anonymous zaubazukkawatte said...

ui .. da is ja mein blog verlinkt .. dadurch bin ich hier auch hergekommen ..was du da so über 'jennifer rostock' geschrieben hast .. hm ..
aba du hast ja an allem was auszusetzten.. deine schreibweise ist aber trotzdem ein wenig zu übertrieben und angreifend.. naja ..

 
At 2:17 nachm., März 14, 2008, Anonymous Full Scale Attack Langu said...

Ui. Hm. Naja.

 

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