Montag, Januar 14, 2008

Ich, Uri Geller

An alle Medienguerillas:


Wenn Uri Geller wirklich Gegenstände über den heimischen Fernsehapparat manipulieren kann und seine Herrchen von Pro7 ihr leichtgläubiges Unterschichtenpublikum auffordern, von mysteriösen Begebenheiten im Wohnzimmer zu berichten, kann man dann als verständiger Medienexperte diese Albernheit in Serie nicht für ausgefuchste rebellische Zwecke ausnutzen?

Hier mal ein Beispiel:
Meinem guten Freund Robinho Borkheimer ist kürzlich zum zweiten Mal seine heißgeliebte Wii verreckt. Plötzlich hat's geklappert und das Laufwerk wollte partout keine virtuellen Eskapaden ins Pilzkönigreich mehr erlauben. Aber könnte Robinho theoretisch nächste Woche nicht einfach mal bei Uri-Bubi im Studio anrufen und ihn und seine mysterösen Teufelskräfte lautstark und dazu live vor einem Milliardenpublikum für den Verlust seines Lieblingsspielzeug verantwortlich machen? Oh Gott, ich kann mir gut vorstellen, wie ein furchtsames Raunen durch die Regieassistenz und die anwesenden Intendanten gehen wird! Die taff-Tucke wird schlucken, wie sie seit zwei Wochen nicht mehr geschluckt hat. Dieser Schmierendarsteller ohne jede Symmetrie in der Fressleiste, der Backfisch am Hungerhaken und die kreischende Tittenmarie des Todes werden sich klammheimlich aus der Affaire ziehen, wie es von anständigen Grottenolmen erwartet wird.





Olm A und Olm B. In der Mitte: Nicht Uri Geller.


Doch das wichtigste ist: Was würde uns' Uri in dieser hochnotpeinlichen Situation tun? Als erfahrener Showman bestimmt nicht die Fassung verlieren, so viel sei sicher. Ganz gewiss würde er wild mit den Augen rollen, theatralisch mit seinen perfekt manikürten Fingern herumfuchteln und mehr Sensation und Tamtam in seine Stimme legen, als in tausend feuchten Fürzen von Tine Wittler steckt. Aber öffentlich zugeben, dass er unmöglich Robinhos Spielkonsole über den Äther zerlegen könne - dass wird er sich nicht trauen. Das ist schließlich sein einzigster Trick, den U. G. seit geschlagenen dreißig Jahren ad nauseam wiederholt.






In der Mitte: Ein Löffel. Dahinter: Sag ich nicht.


Keine Ahnung also, was Uri Geller tun würde. Überhaupt wollte ich mal wieder nur überleiten zu einer kurzen und knackigen Triade des Hasses. Herhören, everyone, es gibt neue Ergebnisse in der Honkologie: Uri Geller ist der selbstverliebteste Gockel seit Nero!
Sein Wortschatz besteht strenggenommen nur aus seinem beknackt klingenden Vornamen, den Personalpronmina "Ich", "mich", "mein" sowie den Phrasen "Ich, Uri Geller, bin mit Michael Jackson/ Muhammad Ali/ Macho Man Randy Savage seit Ewigkeiten befreundet, weil ich Uri Geller bin" und "Ich, Uri der Gottgesandte, bin weltberühmt, weil ich die Löffel anderer Leute biege". Ich würde gerne mal Uris Löffel biegen. Mit Schmackes, in einen unnatürlichen Winkel und unter Umständen sogar ohne sein ausdrückliches Einverständnis. Ganz genauso, wie er Robinho ohne dessen Erlaubnis seines wertvollsten materiellen Besitzes beraubt hat. Oder auch nicht.

Oh, Uri! Dies hier ist leider nicht Las Vegas, dies ist die echte Welt, ein kalter Ort, in dem es für Egomanen wie uns keinen Platz gibt. Also, zumindest nicht für uns beide. Schade, eigentlich.

Achtung, kontroverse Äußerung voraus!
Was habe ich in meinem Mitleid deinem nächsten Umfeld ein schnelles, schmerzloses und friedliches Ende gewünscht! Stattdessen weiss ich dank einer Doku auf Pro7, dass du ohne Unterlass der hohen Kunst der Ego-Masturbation fröhnst und sie mit dem verbalen Liebkosen deines Schniedelchens langsam, aber sicher zu Tode quälst. Wie sonst kommen Perlen der Rhetorik zustande, wie sie kürzlich bei besagter Doku auf Pro7 gesehen?
"Also, einmal hat Uri Geller dem FBI bei der Suche nach einem teuflischen Serienmörder geholfen. Uri Geller, c'est moi. Als Fleisch gewordener Engel Gottes hat Uri Geller, das bin ich, die Antithese des Schlechten eingewilligt und den im Staube krebsenden Sterblichen geholfen. Und so konnte der Uriginal G (Oh Uri Geller, du bist so lustig, du Hort der Freude!) schlussendlich obsiegen. Go Uri Geller, ich liebe dich. Ich bin Uri Geller, falls jemand fragt. Und wenn niemand fragt, dann auch. In der Sprache der Engel (die ich, Ubi Geller, im Übrigen fließend spreche) bedeutet mein Name "Uri Geller" übrigens "Uri Geller mit den goldenen Klöten"."

Wie an anderer Stelle in diesem Blog schonmal gesagt wurde: Hauptsache, man hat sich selber lieb.






Wo zeigt er wieder hin, der selbstverliebte, magische Moppel?

1 Comments:

At 2:13 vorm., Januar 15, 2008, Anonymous krustyDC said...

Aaaah...finally mal wieder eine Hasstirade, die es wert ist in den nächsten Tagen ob mangelnden Nachschubs wieder und wieder gelesen zu werden. Danke Langu!

 

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