Montag, Oktober 29, 2007

Der Che leckt Säcke

War gerade in einer linken Kneipe im beschaulichen Düsseldorf Bilk. Überall sind lustig-naive Parolen wie "nie wieder Krieg" oder "Kampf den Konzernen" zu lesen, alle haben sich fürchterlich gern und Oberlippenbärte haben auch die wenigsten. Supertoll, urig gemütlich und voller gesellschaftskritischer Kippen-Selbst-Dreher. Und was gehört zwangsläufig zu so einem alternativ-linken Ambiente? Ich meine abgesehen von Diskussionen über die Ausbeutung kolumbianischer Hausmeisterinnen in der amerikanischen Botschaft hinterm Hauptbahnhof. Klar, ein absolutes Must-have ist ein Bild vom Ché, dem ollen Zigarrennuckler. Wahlweise auch auf diversen Buttons und verwaschenen T-Shirts, die vorzugsweise getragen von einem pubertären Weltverbesserer, der keine Fünfminutenpause durchhält, ohne vom Anwaltssohn und der Bankierstochter aus der ersten Reihe verächtlich angespuckt zu werden. Was der Nachwuchs-Volksbefreier nicht ahnt, während er sich wimmernd die feuchte Spucke der Bourgeoisie aus dem Flaum wischt: So ein toller Hecht war das gar nicht, der Ernie. Streng genommen sogar ein waschechtes Fascho-Schwein, wie die Provinz-Palästinenserschalträger-Fraktion sagen würde.

Wie die Illustration hier links (!) beweist, war sich der große Revoluzzer nicht zu schade, hier und da ein paar ungeliebte Subjekte mit Nachdruck zurecht zuweisen. Anders ausgedrückt, er hat etliche Schwule in Gefangenenlager gesteckt und ermordet. Way to go, du altes Symbol der Freiheit. Ich sehe gerade ganze Herrscharen von 16jährigen Companieros unter Tränen zusammenbrechen oder sich vor Schreck an ihrem BicMac verschlucken. Aber, sieht sein Konterfei nicht viel sexier aus, als ein abgeschmacktes Abbild von Himmler auf der Brust? Klar, struppiger Filz unterm Doppelkinn beats Glatze und dicke Brillengläse anytime. Außerdem hat er sein Studium abgebrochen und sich von seiner Frau aushalten lassen. Guckt mich an, auf mich trifft nur eine dieser Sachen zu und an meinen Händen klebt zwar das Blut von Günther Jauchs Rauhaardackel, aber nicht das von sexuell anders Orientierten.

Wenn ihr während des nächsten Werbeblocks mal etwas über Guerilla-Kriegsführung lernen wollt, ohne Schuldgefühle gegenüber dem Detlef von Gegenüber zu entwickeln, dann verweise ich weltmännisch auf diesen Link.

Hasta la burito siempre!

4 Comments:

At 11:58 vorm., Oktober 30, 2007, Anonymous 0211 said...

wir sind schon ein tolles Team

 
At 3:42 nachm., Oktober 31, 2007, Anonymous krustyDC said...

der weltmännische Link ist eine 1:1 Übersetzung eines amerikanischen WalMart Briefes, der seit nem Jahr durchs Netz geistert. Und schon der war fake. Way to go, möchtegern Internetpunk ;-)

Ansonsten endlich mal wieder sauber formulierter Menschenhass! Danke :-)

 
At 12:04 nachm., November 02, 2007, Blogger 0211paxil said...

HOLGER, was schickst du mir Fake-Dokumente?! :)

 
At 11:41 nachm., November 12, 2007, Anonymous krustyDC said...

Passend dazu letztens auch wieder ein schön wiedergegebenes Originalzitat gelesen:
"Kennst du Che Guevera? Das ist so'n rotes Poster..."

 

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