Samstag, September 22, 2007

It's Videogame Logic!

Geben wir's zu, wir alle spielen gerne Videospiele. Da ist auch nicht falsches dran. Wer es nicht tut, ist höchstwahrscheiblich ein engstirniger bajuvarischer Minister oder ein ähnlich missratenes Subjekt. Aber nur die wenigsten von uns Gamern legen während einer Session beizeiten das Gamepad aus der Hand und die Stirn in Falten und reflektieren über das, was sie da vor sich auf dem Bildschirm sehen. Ich dagegen schon, denn ich bin ebenso gebildet und wissbegierig, wie ich talentiert, attraktiv und bescheiden bin.

So bin ich im Laufe meiner jahrelangen Studien auf allerlei interessante Phänomene gestoßen, von denen ich euch berichten möchte.

Heute: Selektive Wahrnehmung. Ich spiele gerade Eternal Darkness, ein schon etwas älteres Horrorspiel für den Gamecube. Wer es kennt, schätzt es wahrscheinlich ebenso wie ich als den bösartigsten Mindfuck überhaupt. Gefakte Systemabstürze, das vorgetäuschte Löschen meiner Speicherkarte und das spontane Explodieren meines Avatars sind die vielleicht gelungenste Umsetzung von Wahnsinn, Realistätsverlust und Windows ME in einem Videospiel überhaupt. In etwa so, wie der letzte Zelda-Teil unbestritten die gelungenste Umsetzung von unverblühmter Homosexualität ist.







Nimm es, du Luder, nimm es HART! Oh, lala, da guckst du, Zuckerpo
!


Am verwirrendsten bisher war aber trotz aller Lovecraft-Verweise und einem Soundtrack aus schluchzenden Frauen und kreischenden Kindern (Smells like mein Zivildienst) die Entdeckung eines unscheinbaren Zettels. Beim Stöbern durch die Bibliothek eines unheimlichen Anwesens findet mein Avatar ein Buch, in dem eine Notiz verborgen ist. Für das Gameplay bedeutet das, dass dieser Zettel "da" war, ich also als Spieler per Knopfdruck mit ihm interagieren konnte. Ein Druck auf die B-Taste, und mein Charakter liest, was auf dem Zettel stand. So weit, so gut, so unscheinbar. Einige Minuten später stoße ich in einem riesigen Gewölbe auf einen altertümlichen Gott des Chaos, der so ziemlich wie alle altertümlichen Götter des Chaos aussieht: Geifernde Mäuler, glitschige Tentakeln und tausend starrende Augen, jedes so groß wie die linke Arschbacke eines Sumoringers. Been there, done that: Wuppertaler Hauptbahnhof, Imbissbude "Zum Rattendöner", der Mann am Drehspieß. Abgesehen davon, lautet die nächste Frage: Was kann ich als Spieler mit diesem uralten, den weiteren Handlungsverlauf bestimmenden Wesen machen? Richtig: gar nichts. Ich klicke wie ein hyperaktives Kleinkind beim Moorhuhn-Spiel, nähere mich von allen Seiten, laufe immer wieder stupide gegen das Vieh. Nichts. Mein Charakter nimmt keine Notiz von diesem Ding, das den ganzen verschissenen Raum einnimmt und vor seinen Augen mal eben einen unbeteiligten Wachmann verspeist. (Der untote Zombie-Römer, der in voller Montur unmittelbar neben dem Chaosgott steht, wird im übrigen mit der gleichen Ignoranz bestraft.) Ich kann's nicht ansprechen, angucken oder angreifen. Sehr überzeugend und genau die Reaktion, die man in so einer Situation erwarten würde. Schon klar, ich kann die Leute, die bei Actionfilmen im Kino immer "unrealistisch!" schreien, auch nicht leiden. Aber wenn mein Charakter wenig später sogar einem ordinärem Scheisshaus ("Vorzüglich verarbeitet!") mehr Aufmerksamkeit schenkt, als einem leibhaftigen Gott, dann ist das so unbefriedigend wie ein forcierter Blowjob von der eigenen Oma.









Guckguck, ich bin ein untoter Zenturion aus der Hölle. Aber lass dich nicht ablenken, Sterblicher. Wirf lieber nochmal einen Blick ins Plumpsklo, vielleicht liegt dort ein weiter Zettel drin.


Schaltet auch das nächste mal wieder ein, Kinder, wenn ich euch erkläre, warum sich Entwickler nur in den ersten zwei Leveln eines Egoshooters bequemen, einen trifftigen Grund für die überall rumliegenden Erste-Hilfe-Kästen und Raketenwerfer anzugeben.

Dienstag, September 11, 2007

Das Handbuch für Aufmerksamkeitssüchtige

Das Thema heute: "So nicht."

Liebe Eva H.,

irgendwas scheint da wirklich aus dem Ruder gelaufen zu sein. Mehr noch, die braune Kacke ist am Dampfen, sie sind plötzlich ihren Job verlustig gegangen und jeder halbwegs des Schreibens mächtige Knilch ist plötzlich drauf und dran, sie mit Schmähungen und Spott zu bedenken. Da haben sie aber auch einen grandiosen Bock geschossen, in dieser vermaledeiten Buchpräsentation! Wie konnten sie auch ahnen, dass ihnen inzwischen irgendjemand noch ernsthaft zuhört, wenn sie ihr grell geschminktes Schandmäulchen aufmachen? Nehmen wir ihre Situation mal analytisch unter die Lupe:













Da stehen sie nun, und präsentieren Gott-weiß-was für einen Unsinn, der sich quua Medienpräsenz garantiert besser verkaufen wird als ein thailändisches Mädcheninternat, aber das genügt ihnen schon lange nicht mehr! Sie wollen partout mehr, noch mehr, die ganze Aufmerksamkeit! Full Metal Guckmichan! Nicht nur die der anwesenden Verwirrten und SPIEGEL-Kolumnisten, deren Verriss eigentlich schon längst verfasst in irgendwelchen Schubladen schlummert - nein, die ganze Welt soll ihren Namen in Ehrfucht hauchen! Und dann stehen sie vor der Wahl, halten eine Rede über das Thema "Familie", wollen einfach nur Werbung für irgendwas furchtbar Aufregendes ("Kapitel 2: Heiße Hengste und Hutzelige Herdhüterinnen") und haben drei Alternativen:

1) "Die Tierwelt mit all den niedlichen Affen und Hündchen sollte uns in Sachen Familie ein Vorbild sein. Und die Neger auch."
2) "In der NS-Zeit war nicht alles superknorke (sonst hätten wir am Ende ja wohl kaum verloren, Kameraden!), aber den Familienzusammenhalt und solche Werte, die haben sie respektiert und in Ehren gehalten, damals. Bei den Juden haben sie's nicht so eng gesehen, die Nazis, aber das soll hier nicht Thema sein. Stattdessen fordere ich hier und jetzt ein Denkmal für die Heilige Magda, aus purem Zahngold!"
3) "Ich bereue, ich bereue. Keine Sorge, Menschheit. Meine Zyanidkapsel im Mund wirkt sofo"

Jetzt mal im Ernst, wer hätte an ihrer Stelle nicht ebenso reagiert? Richtig, jeder. Also niemand. Egal. Was ich eigentlich sagen will, Frau H.: Sie waren letztes Jahr nicht wert, ein Villian of the Day zu werden, sie werden auch diesmal nur in einem Verlegenheits-Beitrag behandelt.

Auf Wiederrrrsähn, Äva. (EXTREM NERDIGE REFERNZ! OMFG!)

PS: Hat irgendwer bemerkt, dass ich in diesem Artikel einen Eva Braun-Witz gemacht habe? Ich behaupte jetzt hier völlig zurecht, dass ich noch vor der Bild und der Frau beim Bäcker heute morgen diesen Schenkelklopfer vor dem Herrn ersonnen habe. Wo wir gerade dabei sind: Brustwarzenpiercings und das Konzept des Cumshots sind ebenfalls von mir.

Sonntag, September 09, 2007

Back from the Grave

Hallo,

entschuldigt bitte, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber in meinem Leben reiht sich gerade ein die Fundamente des Dasein erschütternder Zwischenfall an den nächsten.

Hier eine kleine Zusammenfassung:
Games Convention 2007: Bin seit zwei Wochen wieder aus Leipzig zurück und kann immer noch die Stimmen pubertärer Ostdeutscher hören, wenn ich die Augen schließe. Von den Spielen kann ich gar nicht allzu viel sagen, weil ich ja leider auf der falschen Seite des Tresens (vulgo: des Messestandes) stand. Das bedeutet - diplomatisch ausgedrückt -, dass ich den Arsch voller Arbeit hatte wie eine Trösterfrau in einem japanischen Arbeitslager. (Okay, eine Prognose kann ich wagen: Dass Rayman Raving Rabbids 2 das Spiel to end all Spiele wird, dürfte ohnehin niemanden ernsthaft überraschen.)

In jedem Fall habe ich gelernt, dass Leipzig die Hauptstadt der unlustigen T-Shirt-Sprüche ist. Steht nämlich ausnahmsweise mal nicht in altdeutschen Lettern "Ich wähl rechts! (Lauf, Türke, lauf!)" auf den Shirts der Provinzjugend (von 17 Jahre abwärts), dann sind es in erster Linie zigtausend öde Variationen zum Thema "Killerspieler".
  • "Killerspieler - und stolz darauf"
  • "Waffen töten keine Leute, Killerspieler töten Leute."
  • "Ich spiel Killerspiele und wähl rechts! (Lauf, Türke, lauf!)"
Mit einem Klischee über meine Freunde östlich der Düsseldorfer Stadtgrenzen möchte ich aber mal ein für alle mal aufräumen. Und wenn ich aufräumen sage, meine ich natürlich bestätigen: Die Knaben zwischen 14 und 21 sehen da tatsächlich alle gleich aus. Alle ganz pragmatisch und schmucklos mit einem schicken 2 Milimeter Haarschnitt. Und alle sagen, Talkshows würden nicht das wahre Leben abbilden. Und die Mädels sind keineswegs alles sinnliche Leckerbissen, wie einer meiner Kollegen steif und fest behauptet. Der unter den Gelehrten "Gesichtsdurchfall-Faktor" genannte Anteil an richtig fiesen Subjekten ist dort leider ebenso hoch wie in der unmittelbaren Umgebung des Benrather S-Bahnhofs.

Kommen wir damit gleich zum nächsten Thema: Ich zieh um, bzw. aus, bzw. mit meiner Freundin zusammen (Sorry, Bene!). Keine Angst, ich bleibe in Düsseldorf, ziehe aber aus dem beschaulichen Benrath mitten in die City, auf die Corneliusstraße. Richtig gehört, ich tausche den idyllischen Schloßpark, den freundlichen Urdenbach Grill und die Ruhe Benratzs mit dem Lärm, dem Beton und den pittoresk auf dem Bürgersteig darappierten Heroinspritzen von Friedrichstadt. Wenn alles soweit eingerichtet sein wird, werde ich es wie Lord Paxil machen und ungefragt Fotos meiner Wohnung hochladen, damit meine auf Beschaffungskriminalität angewiesenen Nachbarn auch ganz genau wissen, was es bei mir zu holen gibt. Wenn ich also auch in den nächsten Wochen nicht in der gewohnten Regelmäßigkeit hier Gift und Galle verbreite, dann wisst ihr, dass ich gerade dabei bin, meiner Freundin bei der Konstruktion von IKEA-Möbeln zuzusehen.









Na, neidisch? Unser Ausblick. Herrlich.

So, zum Abschluss noch meine Erkenntnis des Tages, die ihr gerne versuchen könnt zu widerlegen: Der Satz "Ich bin der Junge, der..." macht etwa 95% des gesamten Vokabulars von Bushido, seines Zeichens Hitmaschiene und Haarschnitts-Role-Model ohne Gleichen aus aus. Hier ein kurzer Überblick:
  • "Ich bin der Junge, der im Knast war."
  • "Ich bin der Junge, der in Kassen greift."
  • "Ich bin der Junge, der nicht weiss, wann er Leute mit ästhetischem Bewusstsein auf den Sack geht."
Go figure.

Donnerstag, September 06, 2007

Home Sweet Home II

Was soll man dazu sagen - Es Lebe der Minimalismus !



Montag, September 03, 2007

The ZunePhone

Erinnert ihr euch noch an Zune? Ihr wisst schon. Der ultimative MP3Player von Microsoft. Immer noch nicht? Der iPod Killer! Ja genau, das Gerät, dass hundertmal besser als jeder iPod ist und Steve Jobs für immer in die Schranken weisen sollte. Stimmt schon, man hört gar nichts mehr von dem. Und das obwohl "Ich bin zwar nicht Bill Gates aber dafür habe ich eine Glatze und mongoloide Tendenzen Steve Ballmer" sich öffentlich über das iPhone lustig macht. Naja, mit einem Gadget wie dem Zune im Rücken traut man sich halt viel...


...aber was wäre, wenn Microsoft wirklich neben dem iPod Killer auch ein iPhone Killer bauen würde? Schaut selbst: