Donnerstag, Juni 28, 2007

Back in Hatred oder: Mario Barth, der Schinder meiner Seele.

So, genug gefaulenzt. Papa ist zurück und tritt wieder verbal Fressen ein. Sperrt die Kinder weg, zieht das Gemüse aus der Möse, jetzt wird gehasst. Heutiges Ziel meiner unverhöhlten Antipathie: Mario Barth.

Und leck mich fett, was hasse ich diesen Mann!

"Deine Tochter ist die nächste!"

Haltet ein, ihr immerkritischen Nörgler. Ich weiss, ihr verdreht in diesem Moment die Augen und sagt: "Wieder so ein easy Target, David." Und es stimmt ja auch. Mario Barth ist ein ganz, ganz simpler Fall: Er bietet der RTL-Nation ganz bewusst bodenständigen Humor für alle die entmannten Herren der Schöpfung da draußen. Kraftlose Weicheier, die längst nicht mehr wissen, wie sie der übermächtigen Freundin die Herrschaft über die Fernbedienung wieder abspänstig machen können. Die ihre Herzdame erst stundenlang zu einem Tekken-Match überreden müssen, und dann von ihr nach Gutsherrenart ihren Arsch gereicht bekommen. Wenn diese letzten Bastionen der Männlichkeit in sich zusammenfallen wie der Schäuble beim Salsakurs, dann braucht es wohl Männer wie den Mario und seinen Witz des kleinen Mannes. Stimmt doch, oder?
Nein, Papamilchtrinker! Denn wenn ich tausendfach gehörte Witze von kleinpimmligen Kneipenkaspern hören will, geh ich mit meinen Freunden in die Dorfkneipe und setze mich zum Schützenverein! Dazu brauche ich keinen untalentierten Hampelmann mit Haifischfresse, der in jedem zweiten Satz penetrant heraushängen lässt, dass er aus dem Szenekaff der Stunde kommt ("Ick komm ja aus Berlin, weeesste?") und seit drei, vier Jahren die selbe Nummer fährt. Dieses abgeschmackte, abgenudelte "tumbe Männer und die independent women an ihrer Seite"-Ding, dass ein Gender-Klischee nach dem anderen auffährt und so spießig ist, wie der splitternde Holzpfahl, den ich am liebsten in Herr Barths Rachen stoßen würde. Auf die Gefahr hin, hier für den Anus-Ausschlecker auch noch Werbung zu machen, hier mal seine schamlos von Wikipedia gestohlene Diskographie:

  • 2003 - Männer sind Schweine, Frauen aber auch (CD)
  • 2004 - Langenscheidt Deutsch-Frau / Frau-Deutsch (CD)
  • 2005 - Männer sind Schweine, Frauen aber auch! (DVD)
  • 2006 - Männer sind primitiv, aber glücklich! (CD)
  • 2007 - Ich habe Mario Barth vor den Augen seiner Mutter mit einem Regenschirm vergewaltigt und Szenenapplaus bekommen. (Wunschtraum)
Wie ich gerade jetzt auf ihn komme, den Graf von Stangeleck? Weil der Mann nicht nur ständig mit unlustigen Sprüchen bedruckte T-Shirts spazieren führt, sondern in erster Linie wegen einem Auftritt, den er letzte Woche in der Sendung "Deutschlands Beste Comedians" hatte. In deser Hochburg deutscher Witzischkeit, die der Mogul der Muffeligekeit durch irgendeine kosmische Ungerechtigkeit sogar moderieren darf, trat er als Publikumsanheizer auf und... und..

...MACHT IM JAHRE DES HERRN 2007 ALLEN ERNSTES NOCH WITZE ÜBER DEN FILM TITANIC
(1998) UND SEIN ÜBERWIEGEND WEIBLICHES PUBLIKUM.

Willkommen im Vorvorgestern. Der Zug Richtung Coolness ist längst abgefahren und wer nicht an Bord ist, tritt vor Gabi "Köln als Krankheit" Köster auf. Das Bitterste daran: Ich fürchte, der macht das nicht mal mit böser Absicht. Ich fürchte, der steht zu hundert Prozent hinter dem, was er da macht. Er glaubt tatsächlich, dass fast zehn Jahre nach Mittermaier (den ich übrigens nur unwesentlich weniger hasse) noch irgendwer auch nur einen Mundwinkel verzieht, während sein Gegenüber auf der Bühne voller Imbrunst erzählt, wie er im Kinosaal dem ertrinkenden Leonardo de Caprio ganz männlich gröhlend einen langsamen Tod gewünscht hat. Tuff Luck, Arschnase. Im 21. Jahrhundert ist Leonardo di Caprio längst als ziemliche Klötenwalze und als Inbegriff der Coolness bekannt, während du in zehn Jahren höchstens noch vorm kaarster Schützenverein auftreten darfst.

2 Comments:

At 1:33 vorm., Juni 29, 2007, Anonymous Robin said...

Ich steh dazu: Ich mag Mario! Ja, seine Witze sind nicht immer neu, dieses Titanic-Ding geht tatsächlich nicht und das Thema ist reichlich ausgelutscht. Aber trotzdem lach ich immer wieder, weil er hat zwischendurch wirklich gute Sachen drauf...

Und Mittermaier ist wirklich ein Großer!

 
At 9:19 vorm., Juni 29, 2007, Anonymous krustyDC said...

Mein Urgroßvater hatte mal die eitrige Beulenpest. Dem ging es auch "zwischendurch wirklich gut"...

 

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