Samstag, Juni 30, 2007

Daft Punk / Phillipshalle / 29. Juni

Es regnet mal wieder. Das schlimme ist, ich sitze auf meinem Fahrrad. Das gute, bis zur Philipshalle ist es nicht weit. Dort die Ernüchterung. Drei lange Schlangen formieren sich vor sich vor dem Eingang und bitten um Einlass. Der Regen gewinnt erneut an Bedeutung.

Während ich mich, nach bester deutscher Art, ordentlich am Ende der Schlange einordne, schießen mir die Worte von Hans Hoff durch den Kopf. Fahrstuhlmusik. Umhängetaschen und Brille tragende Fans. Mein Blick schweift durch die Schlange. Hat er möglicherweise Recht mit seiner Beschreibung? Pitschenass und mit starrendem Blick merke ich, dass eine Zuordnung unmöglich ist. Alles und jeder scheint irgendwo vertreten zu sein. Von "ich lese die smag und cocoon ist der beste club der welt", über "ich studiere geschichte aber auf magister", bis hin zu "ich stehe auf der gästeliste deswegen bin ich hier" ist alles vertreten.

Plötzlich beginnt die Schlange sich zu bewegen und bevor ich mich versehe, stehe ich schon im Innenraum. „Wann warst Du das letzte Mal in der Philipshalle?“ frage ich mich leise selber. Auch wenn alles gleich geblieben ist, scheint sich mal wieder alles verändert zu haben. Ich streife von einem Stand zum anderen. Möchte ich was trinken? Wodka wäre nicht schlecht. Aber irgendwie gibt es nur Bier. Aber dafür Bier mit Cola, Bier mit Lemon und Bier mit Energy-Drink. Ich passe und bewege mich zielstrebig auf den T-Shirt-Stand zu. Fünfundzwanzig Euro. Ein Blick in mein Portemonnaie. Dort fünfunddreißig Euro. Unentschlossen und immer noch nass betrete ich den Innenraum. Mit dem hellen Parkettboden und den dunklen Vorhängen erinnert dieser jedoch eher an eine Schulaula, als an einen Konzertsaal. Lediglich der aufheizende DJ weißt mich - alles andere als dezent - darauf hin, dass hier und heute elektronische Musik gespielt wird. Laut, dröhnend und hämmernd bringen mich seine Platten erst zum Lächeln und dann zum Tanzen. Ich merke jetzt erst wie aufgeregt ich eigentlich bin. Daft Punk live. Das ist doch was.

Ich tanze nun schon ungefähr eine halbe Stunde und merke, dass ich es nicht mehr lange aushalte. „Wann machen die endlich das Licht aus?“ frage ich irgendeinen Fremden neben mir. Überrascht von direkter sozialer Interaktion schaut er mich an und zuckt desinteressiertes mit den Schultern. Mir fallen seine Hornbrille und die ausgefranste Umhängetasche auf. „Schon gut“ sage ich zu ihm und drehe ich mich um. Auf Tanzen habe ich keine Lust mehr. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Minütlich blicke ich auf die Uhr meines Handys. Bei jedem neuen Track Frage ich mich, ob es der letzte, der abschließende sein könnte.

Das Licht ist aus. Mein Herz rast. Der erste Beat trifft mein Ohr, das erste Blitzen triff mein Auge. Ich tanze wie wild zu Robot Rock. Aus Regen wird Schweiß. Der erste Akt beginnt. In einer dreieckigen Kanzel aus Licht stehen zwei Androiden. Sie halten uns aber keine Predig. Sie laden uns auf eine Reise ein. Eine Reise durch Zeit und Raum, durch Fleisch und Strom.


nap it, work it, quick - erase it, write it, get it, paste it, save it, load it, check it, quick - rewrite it

Eine riesige Laufschrift macht uns deutlich, dass wir nicht nur Gast sind. Auch wir bestehen aus Elektronen und Ionen. Gemeinsam schweben wir durch die technologische Welt. Durch das bunte Strobolicht jeder Disko, durch den Sternenhimmel eines Bildschirmschoners, durch das Rauschen eines längst abgeschalteten Senders bis hin zum grünen Regen der Matrix. Einmal Around the World, bitte. Wir kommen mit einer sanften Ladung zum halt.


Harder Better Faster Stronger

Der zweite Akt beginnt hart. Verschwunden sind die Discomelodien, die weichen Roboterstimmen, das frohe Licht. Nun hämmern die Bässe und kurze Loops zwingen zum schnellen Tanz. Wir sind im Inneren angekommen. Haben Kultur und Kunst hinter uns gelassen. Wir schnellen an Atomen vorbei, kreuzen die DNA von Zellkerne und lösen uns schließlich im Zentrum der Sonne auf.

One more Time

Plötzlich Stille. Es ist dunkel geworden. Irgendwo erklingt eine Glocke. Im dritten Akt wird das Raumschiff nun doch zur Kanzel. Die sanften Roboterstimmen sind wieder zu hören. Wir stimmen sofort im Chor ein. Wir haben das Innerste gesehen und fliegen in Digital Love zurück. Jegliche Angst ist verschwunden. Wir lassen uns gehen. Auch wir sind Androiden. Wir sind unter Brüdern und die Reise ist zu Ende. Wir beklatschen uns neuen Freunde und sie beklatschen uns. Mit einem Gefühl der Befreiung blicken wir auf das Dreieck. Es ist leer. Einmal wollen wir mit ihnen noch tanzen. Zugabe!

We are human... after all

Diesmal ist das Warten keine Ewigkeit. Wir wissen sie kommen noch einmal zurück. Und da ist es auch wieder: das Licht, der Bass. Aber was ist geschehen? Auf dem Raumschiff sind Bilder von Menschen zu sehen. Auch die Laufschrift scheint uns verhöhnen zu wollen: Human blinkt uns provozierend ins Gesicht. Sind unsere Freunde etwa doch nicht das für was wir sie halten? Sind sie etwa Human after all? Wir dann etwa auch? Eine zweite Welle der Erlösung trifft uns. Wir lassen uns darauf ein und feiern unsere Menschlichkeit. Doch dann der zweite Schock. Erneut Dunkelheit. Als es wieder hell wird leuchten nur noch die Umrisse unserer Piloten auf. Sie haben ihre Körperlichkeit, ihre Menschlichkeit verloren. Sie sind nicht wie wir. Und wir nicht wie sie. Freunde sind wir trotzdem.


Das Licht geht an. Langsam gewöhne ich mich wieder an meinen Körper. Das muss ich auch. Die Bewegung der Menge führt mich nach draußen. Ich halte meine Hand unter den freien Himmel. Es hat aufgehört zu Regnen.

So bekomme ich wenigstens keinen Kurzschluss.

Freitag, Juni 29, 2007

Pro7 sendet Anweisung zum Frauenhass (bei mir wirkt es schon!)

Ich dachte wirklich, ich hatte schon alles gesehen. Ernsthaft, wirklich!

Aber gestern Abend hat mir Pro7 meine Unschuld geraubt. Nicht die körperliche Unschuld, die hat mir der frühreife Sascha F. damals im Baumhaus genommen, als er... SONDERN meine moralische Unschuld! Meine Seele ist befleckt, befleckt von Blutdurst und dem Bedürfnis, geschminkten Frauen rostige Nägel in die Ohren zu schieben. Der Schuldige ist wie gesagt Pro7. Der Sender aus München, der sich für besonders clever hält, weil er zuerst schamlos die britische Serie "The Office" klaut, sie dann kackdreist unter dem Label "Made by Pro7" als "Stromberg" neu auflegt. Und dann einer lustigen ersten Staffel zwei gelinde gesagt krebserregend beschissene Aufgüsse folgen lässt. (Holy shit, ich habe gerade Stromberg gedisst! Wird man mir das jemals verzeihen?)

Schneller ausgelutscht als mein Prengel im Baumhaus: Stromberg

Der Sender, der für teures Geld den neuen heißen Scheiss unter den US-Serien einkauft, nur um dann festzustellen, dass der heiße Scheiss vielleicht doch eher lauwarmer Durchfall war und es im Land der Tapferen niemals zur Second Season gebracht hat. (Surface, anyone?)

Wie auch immer, auf jeden Fall habe ich gestern Das Model und der Freak gesehen. Ganz, ganz schlimm. Wirklich. Der Untergang des Abendlandes, mindestens. Die Idee hinter der Sendung ist ziemlich simpel und lässt sich ganz gut mit meinem alternativen Titel "Pimp my Fresse" zusammenfassen. So weit so gut, doch leider werden hier keine Schrottkarren durch einen sympathisch-prolligen X to tha Z, Xzibit aufgemotzt. Stattdessen werden hier zwei totale Opfer (also ganz normale Nerds wie du und ich) von den zwei wohl widerlichsten Bratzen ever zu ihrem eigenen Wohl umgestylt. Ich gehe jetzt gar nicht darauf ein, dass hier eine ziemlich beängstigende Gleichschaltung von netten, schüchternen Außenseitern vonstatten geht, die vor einem Millionenpublikum nach allen Regeln der Kunst vorgeführt werden - wobei der durchschnittliche Pro7-Zuschauer wohl kaum anders aussehen wird.

Dieses moralische Getue überlasse ich diesen schwulen Moralisten der Bloggosphäre. Den Weicheiern also. Mich interessieren diese pickligen Kellerkinder und Origami-Falter nicht. Stattdessen bin ich hier, um im Interesse der Allgemeinheit ABSOLUT VERBINDLICH ZUM GEWALTSAMEN VORGEHEN GEGEN DIESE ABGEMAGERTEN TODESENGEL auszurufen. In dieser ernsten Sache schlage ich mich gar auf die Seite meines ärgsten Feindes, aber da ich kein Zillionengehalt von Pro7 beziehe, kann ich im Gegensatz zum Haifisch-Mensch-Hybriden ziemlich offen und gewohnt tiefsinning meine Meinung zu den beiden Outfit-Nazis kundtun. Im Folgenden weigere ich mich übrigens, die beiden Namen der Misogynie-Rechtfertigungen zu googlen und raube ihnen damit qua meiner unerreichten Medienkompetenz den letzten Funken an Individualität, der ihnen nach Unterzeichnung des Arbeitsvertrags mit Pro7 geblieben ist. Da seht ihr mal wie es ist, wie das ist, ätschibätsch! (Alter, erst den Stromberg ans Bein gepisst und jetzt das... Ich bin so krass. Geht irgendwer mit nachher? Ich geh ein paar Waisenhäuser anzünden.) Wer übrigens der Meinung ist, ich nähere mich insgeheim doch diesen pseudo-humanistischen Moralaposteln des Internets an, kann geflissentlich sanft auf meinen Klöten kauen und mir dabei ein Liebesgedicht schreiben. (ALTER, bringt Kerosin mit, ich will ein paar Kirchtürme brennen sehen!)

Ho #1) Mal ehrlich, wer bei Pro7 hat diese braunhaarige Dorfbratze, die nach Angabe des Senders Ex-Playmate ist, eigentlich noch nicht durchgenudelt? Die Olle sieht aus, als würde Sie mir hauptberuflich auf der Kirmes Chips für den Autoscooter verkaufen. Nicht ohne dabei keck die Möpse aus dem Oberteil hervorblitzen zu lassen, versteht sich. Und wir alle (vulgo: ich) wissen, dass auch Arabella Kiesbauer und der Sänger von Type 0 Negative in gewisser Weise Ex-Playmates sind. Kein wirklicher Adelstitel also, aber ein Grund mehr für Pro7, ein paar nackte Backen zu zeigen.

Ho #2) Die andere, aka "Die, die sich vom Pocher nageln lässt" ist angeblich Model und angeblich weiblich. Schon ziemlich dreist, wie das Privatfernsehen mich anzulügen versucht. Magersucht und spitze Schultern gibt es auch bei Männern, you know? Die einzige Art der Erregung, die dieses Objekt bei mir auslösen könnte, wäre das wohlige Gefühl der Befriedigung, während ich ihre hervorspringenden, spitzen Schulterknochen mit einem Hammer einschlagen dürfte. Und ich denke, ich bin da moralisch und gesetzlich gesehen auf der sicheren Seite.



Ich würde jetzt weiter machen, wenn das Konzept mehr hergeben würde. Oder wenn mir mehr Möglichkeiten einfallen würden, abgemagerte Männerkörper mit Haushaltsgegenständen auszuweiden.

Donnerstag, Juni 28, 2007

Back in Hatred oder: Mario Barth, der Schinder meiner Seele.

So, genug gefaulenzt. Papa ist zurück und tritt wieder verbal Fressen ein. Sperrt die Kinder weg, zieht das Gemüse aus der Möse, jetzt wird gehasst. Heutiges Ziel meiner unverhöhlten Antipathie: Mario Barth.

Und leck mich fett, was hasse ich diesen Mann!

"Deine Tochter ist die nächste!"

Haltet ein, ihr immerkritischen Nörgler. Ich weiss, ihr verdreht in diesem Moment die Augen und sagt: "Wieder so ein easy Target, David." Und es stimmt ja auch. Mario Barth ist ein ganz, ganz simpler Fall: Er bietet der RTL-Nation ganz bewusst bodenständigen Humor für alle die entmannten Herren der Schöpfung da draußen. Kraftlose Weicheier, die längst nicht mehr wissen, wie sie der übermächtigen Freundin die Herrschaft über die Fernbedienung wieder abspänstig machen können. Die ihre Herzdame erst stundenlang zu einem Tekken-Match überreden müssen, und dann von ihr nach Gutsherrenart ihren Arsch gereicht bekommen. Wenn diese letzten Bastionen der Männlichkeit in sich zusammenfallen wie der Schäuble beim Salsakurs, dann braucht es wohl Männer wie den Mario und seinen Witz des kleinen Mannes. Stimmt doch, oder?
Nein, Papamilchtrinker! Denn wenn ich tausendfach gehörte Witze von kleinpimmligen Kneipenkaspern hören will, geh ich mit meinen Freunden in die Dorfkneipe und setze mich zum Schützenverein! Dazu brauche ich keinen untalentierten Hampelmann mit Haifischfresse, der in jedem zweiten Satz penetrant heraushängen lässt, dass er aus dem Szenekaff der Stunde kommt ("Ick komm ja aus Berlin, weeesste?") und seit drei, vier Jahren die selbe Nummer fährt. Dieses abgeschmackte, abgenudelte "tumbe Männer und die independent women an ihrer Seite"-Ding, dass ein Gender-Klischee nach dem anderen auffährt und so spießig ist, wie der splitternde Holzpfahl, den ich am liebsten in Herr Barths Rachen stoßen würde. Auf die Gefahr hin, hier für den Anus-Ausschlecker auch noch Werbung zu machen, hier mal seine schamlos von Wikipedia gestohlene Diskographie:

  • 2003 - Männer sind Schweine, Frauen aber auch (CD)
  • 2004 - Langenscheidt Deutsch-Frau / Frau-Deutsch (CD)
  • 2005 - Männer sind Schweine, Frauen aber auch! (DVD)
  • 2006 - Männer sind primitiv, aber glücklich! (CD)
  • 2007 - Ich habe Mario Barth vor den Augen seiner Mutter mit einem Regenschirm vergewaltigt und Szenenapplaus bekommen. (Wunschtraum)
Wie ich gerade jetzt auf ihn komme, den Graf von Stangeleck? Weil der Mann nicht nur ständig mit unlustigen Sprüchen bedruckte T-Shirts spazieren führt, sondern in erster Linie wegen einem Auftritt, den er letzte Woche in der Sendung "Deutschlands Beste Comedians" hatte. In deser Hochburg deutscher Witzischkeit, die der Mogul der Muffeligekeit durch irgendeine kosmische Ungerechtigkeit sogar moderieren darf, trat er als Publikumsanheizer auf und... und..

...MACHT IM JAHRE DES HERRN 2007 ALLEN ERNSTES NOCH WITZE ÜBER DEN FILM TITANIC
(1998) UND SEIN ÜBERWIEGEND WEIBLICHES PUBLIKUM.

Willkommen im Vorvorgestern. Der Zug Richtung Coolness ist längst abgefahren und wer nicht an Bord ist, tritt vor Gabi "Köln als Krankheit" Köster auf. Das Bitterste daran: Ich fürchte, der macht das nicht mal mit böser Absicht. Ich fürchte, der steht zu hundert Prozent hinter dem, was er da macht. Er glaubt tatsächlich, dass fast zehn Jahre nach Mittermaier (den ich übrigens nur unwesentlich weniger hasse) noch irgendwer auch nur einen Mundwinkel verzieht, während sein Gegenüber auf der Bühne voller Imbrunst erzählt, wie er im Kinosaal dem ertrinkenden Leonardo de Caprio ganz männlich gröhlend einen langsamen Tod gewünscht hat. Tuff Luck, Arschnase. Im 21. Jahrhundert ist Leonardo di Caprio längst als ziemliche Klötenwalze und als Inbegriff der Coolness bekannt, während du in zehn Jahren höchstens noch vorm kaarster Schützenverein auftreten darfst.

Dienstag, Juni 26, 2007

This one is for Langust0r

Die meisten von uns (sprich Langust0r und ich) fragen sich schon seit längerem "hey, was macht eigentlich Duke Nukem? Lang nichts mehr von ihm gehört!"

Es ist doch ganz klar. Er belästigt Frauen.


Dude Pranks A Vent Server - Watch more free videos

Samstag, Juni 23, 2007

Villain of the day #47

Das deutsche Wetter. Oder genauer: der deutsche Sommer.

Damit nicht wieder alle im Winter sagen "Ach, so schlecht war der Sommer auch nicht. Das bisschen Regen." Nein, deutsche Sommer sind zum kotzen! Wo ist die mir versprochene globale Erwärmung?! Wo?!

Guckt. Das ist doch keine Prognose, dass ist neben Detlef D. Sost ein Grund dieses Land für immer zu verlassen.

Mittwoch, Juni 20, 2007

Koks Friedman trifft Lord Schlingensief

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der fantastischen Sendung "Durch die Nacht mit...". An dieser Stelle verzichte ich meine Meinung über Michel Friedman der Öffentlichkeit zuzutragen. Wir wollen doch keine (erneute) staatsrechtliche Untersuchung. Genießt es.

"Hauptsache...DU hast dich selber gern."


Donnerstag, Juni 14, 2007

Nach Ulle und Co: die Apotheker


Freunde der Nacht: das Video hier ist der Knaller - und ich muss euch sagen: die Trendhure hat's raus :D
Wer wollt in diesem Triumvirat noch mal viel mehr Bleipumpen gehen !? so ganz ohne Kur !? Da will ich nicht viel an Worten verlieren, schaut das Video an und schon macht ihr bei den Jungs auch 500 Euronen Schulden und lasst euch von denen den Finger brechen oder das Ohr abschneiden - schöne Grüße von Bayer Schering und Co

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Dienstag, Juni 05, 2007

Offizielle Mitteilung

Sehr geehrte „Blog“-Leser und Kriminelle,

hier spricht ihr Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble. Aus dringendem Verdacht wird diese elektronische Nachrichtenseite mit sofortiger Wirkung geschlossen. Sowohl ihr Inhalt, ihre Namen (vor allem „Langustor“, welcher an ein rotes, man könnte sagen kommunistisch rotes Krustentier erinnert) und ihre allgemein unangenehme und widerspenstige Erscheinung lassen darauf schließen, dass sie Teil des linksradikalen Blocks sind. Es liegen Beweise vor, dass sie sich anmaßen über jene Welt zu schreiben, ja sogar zu urteilen, in der sie leben. Hiermit weise ich sie erneut darauf hin, dass sie dafür keine Berechtigung haben, da sie weder einen Anzug, noch einen schicken Ausweis um den Hals tragen.

Liebe Lester, zu ihrer Sicherheit haben wir ihre IP-Adressen notiert und dem amerikanischen Militär übergeben. Ihre exklusive Guantanamo Einladung werden sie in kürze erhalten. Falls sie weitere Fragen diesbezüglich haben, wenden sie sich bitte vertrauensvoll an kurnaz@guantanamo.org.

An die Verantwortlichen des „Blogs“: Unser V-Man (nennen wir ihn an dieser Stelle Bämbe) hat uns alle Informationen zukommen lassen, die wir für ihre Hinrichtung, äh, Resozialisierung benötigen. Unser Artist Sonderkommando SEK formally known as Gestapo wird sie umgehend von zu Hause abholen.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Wolfgang Schäuble


(Aufgrund einer guten deutschen Stativ-DIN-Norm bin ich auf dem Bild nur schwer zu erkennen. Aber ich bin Innenminister.)

B*Baby gets 0wn3d

Breakdance + Streetfighter II Sounds + bald durch evolutionaere Selektion verschwundenes Baby = ???





(found@Kotaku)

Freitag, Juni 01, 2007

Anime-Fans: Des Menschens ärgster Feind

Morgen ist in Düsseldorf wieder mal Japan-Tag. Angeber und Kulturwissenschaftler sagen auch gerne Nihon-dei dazu, Franzosen und andere Sonderlinge nennen ihn dagegen Jour du Japonaise. Wie man es auch immer nennen mag, ist egal. Fest steht, dass sich an diesem Großereignis wie fast jedes Jahr auch morgen wieder die halbe Welt in unserer beschaulichen Metropole am Rhein und trifft und fleißig darum bemüht sein wird, den Fremdling von Nebenan und seine skurilen Bräuche besser kennenzulernen. Da werden einzelne Reiskörner mit Stäbchen aufgelesen, uniformierten Kindergartengruppen beim Singen der Nationalhymnen gelauscht und wider jeglicher Vernunft heißer Reiswein getrunken, das offiziell ekligste Getränk nach ranzigem Stier-Sperma. Und am Ende schreien alle "Oooh!" und "Aaah!", während ein Haufen Pyromanen vom anderen Ufer aus Feuerwerkskörper im Wert von Dreißig Billiziarden Euro in den Himmel jagt. Ich habe diesem Schauspiel jetzt schon einige Jahre beigewohnt und muss sagen: Nett. Selbstverständlich bin ich daher morgen auch wieder am Start: Beim Iß-mit-Stäbchen-Wettbewerb, vor der Bühne und mit schmerzverzerrtem Gesicht vor dem Getränkestand.


Aber neben neugierigen Menschen auf der Suche nach Verständigung und kultureller Begegnung (Echt jetzt, ich könnte Pressetexte für die Jungs schreiben, so phrasendreschend bin ich hier wieder unterwegs...) wird auch die Geißel der Menschheit wieder über Düsseldorfs Straßen ziehen und mein unschuldiges Gemüt in den finsteren Orkus der Mordlust schleudern.

^^ COSPLAY-ARSCHNASEN! ^^d

Jeden Samstag treffen sich einige Versprengte dieser teuflischen Brut und kundschaften die Gegend um den Hauptbahnhof und die Rheinterrassen ab. Sie sehen in der Regel ganz friedlich aus, herzen und knuddeln sich unentwegt und tun niemandem weh. So habt ihr sie jedes Wochenende gesehen, so hab ich sie jedes Wochenende gesehen und keiner (außer mir, denn ich bin offensichtlich weitsichtiger als ihr Naivlinge) hat ihren Masterplan durchschaut: Morgen wird es nach monatelanger Planung dann soweit sein: Die Pikachu-Squad wird der Naruto-Brigade Ost das finale hai zum Angriff geben und die Horden bunt (sprich: geschmacklos) gewandeter Teens wird sich wie ein Strom Über-Pest-Pocken-AIDS-Viren über meine (ja, meine!) Stadt ergießen!


Nachdem ich mich vor drei Jahren beinahe sturzbetrunken mit einem Cloud Strife-Imitatoren - inklusive originalgetreuem Riesenschwert - geprügelt habe ("Alda, eurrre Subkultur geht mir als Wi..Wissenschaftler ja so auf'n Sack. Rein ästhetisch betrachtet, Alda...") kann ich sagen: Ich kenne diese kinderfressenden Freaks besser als ihr, ich weiß, wie die denken! Und weiß Gott, ich prangere das an und rufe hier nun meine Intoleranz und meine Verallgemeinerungen gegen eine Gruppe friedlicher Irrer in das WorldWideWeb hinaus. "Hey, Otakus, Cosplayer, oder wie ihr euch sonst schimpft..."

"...Ihr werdet niemals morgens aufwachen und plötzlich asiatisch aussehen! Verflucht eure Eltern, brecht mit dem lieben Gott, lasst einen arbeitslosen Chinesen auf eure Füße pinkeln - es ändert doch nichts!"

"... Ihr sagt "kawaii", ich sage Fresse zu!"

"...Schlanke Japaner mit feschem Drei-Tage-Bart und zierliche Kellnerinnen in Karaoke-Bars stehen nicht auf fröhlich vor sich hin eiternde Hautentzündungen im Gesicht und Puddingbäuche. Sie stehen auf mich."

"...Amelodische Zwölfton-Kompositionen rückwärtsgespielt und vom gesampelten Jaulen gefolterter Hundebabies unterbrochen ist Musik. J-Pop dagegen ist keine Musik. Visual-Kei erst recht nicht."

"So ein Mensch macht weiß Gott keine Musik."




"...auf einen guten Anime kommen 298.436.425.756.776.425.264.104 billig produzierte Werbefilme für Sammelkarten oder DS-Spiele. Ach ja, und nur weil Männer Männer küssen, haben wir es nicht automatisch mit tiefsinnigen, ergreifenden Liebesgeschichten zu tun. Und ja, Kimba ist cooler als Simba!"

Morgen vielleicht mehr, falls mich bis dahin kein 13-Jähriger mit einem Plastikschwert niedergestreckt hat... ^^