Samstag, April 21, 2007

Vera Int-Ven - Ein Leben als Lektion

Oh, Vera! Vera Int-Ven!

Auch erfolgreich in der Pelzindustrie aktiv: Vera Int-Ven.

Ihr, die ihr euch in der siebten Klasse für etwas zwar sehr schwules, aber ziemlich vernünftiges - nämlich Französisch - entschieden habt, wisset: "Vera" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Die Wahre, die Wahrhaftige". Und tatsächlich, Vera Int-Ven und ihre Sendung "Vera am Mittag" waren die wahrhaftigsten Lichtgestalten der Talkshow-Unterhaltung, bekanntermaßen der Ursprung aller Wahrheiten. All die anderen, all die Britts, Bärbels und Birtes konnten ihr niemals das Wasser reichen - ganz besonders die Birte nicht, diese talentlose Biber-Höhlenmensch-Kreuzung. Wahrlich, Vera thronte hoch oben auf ihrem Turm aus Magnolien, Damenunterwäsche und Salat-Krouton und blickte sanft lächelnd auf Publikum und Gäste herab. Dank ihrer einfühlsamen und professionellen Art wurde aus dem in geschmackvollem Blau- und Lachsrosatönen gehaltenen Studio in Berlin ein regelrechtes Spa für all die ostdeutschen Kernasozen ohne Job, Perspektive oder funktionierendes Sprachzentrum. Oh, diese täglich ausgestrahlte Therapiestunde für die Verlorenen, Vergessenen und Verkommenden erheiterte mich Jahr ein, Jahr aus.

Vera Int-Veen ist nicht verheiratet und lebt mit ihrer Lebensgefährtin in Berlin.
(Lesben = Hot!)

Und dann? Alles Gute muss irgendwann enden, nöhlte Nelly Furtado kürzlich noch sechsmal pro Stunde im Radio. Und so war es auch: Am 13. Januar 2006 endete eine Ära. Nach 2.064 Sendungen war Schluss, Schicht im Schacht und die Klappe für Vera am Mittag das letzte Mal gefallen. Unzählige Hausfrauen und Hausmänner in Spe (Na und?!) schrien auf! Ich weiss noch, wie ich an dem Tag durch ein Wechselbad der Gefühle ging: Wütend habe ich meine Fäuste in Richtung der Mattscheibe geschüttelt, die Verantwortlichen bei Sat1 verflucht und dann voller Schwermut und Ergriffenheit den beiden Zigeunerkindern in der Garage die Freiheit geschenkt. Zehn Jahre lang hatte Vera ihrem Sender treue Dienste und konstante Zuschauerzahlen beschert, und dann? Dann wurde sie ersetzt, durch... Sat1 am Mittag, moderiert von einer gesichtslosen (wenn auch zugegebenermaßen etwas schlankeren) Frau, deren Name ein einziger Rechtschreibfehler ist! Ernsthaft, liebe Taufpaten: Mareile? Mit "L"?!

Seit dem sie also von ihrem undankbaren Ex-Arbeitgeber mitleidlos in die Kniescheiben gefickt wurde (Achtung, knallharter Business-Slang!) wurde die arme Vera mit minderwertigen Sendeformaten der unseligen RTL-Sendefamilie abgespeist. Der kölner Mediengigant nahm ihren gebrochenen Körper in seine langen, dürren Klauen und verheizte sie im Abendprogramm! Im Abendprogramm! Sie, die Herrin der Vormittage! Man stelle sich vor: eine Löwin, geschoren ausgesetzt in der Antarktis! Veras Schicksal sollte uns allen eine Lehre sein: Egal, wie talentiert, sympathisch, natürlich oder überproportioniert man ist - irgendwann ist man den großen, bösen Fernsehgöttern nicht mehr gut genug. Daher mein Rat an euch: Kill yourself. Now.

My heart goes out to you, Vera. Always yours,
Langu.

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2 Comments:

At 3:44 nachm., April 21, 2007, Anonymous bembe said...

ist da auch nur ein einziges wort von wahr?

 
At 7:45 nachm., April 21, 2007, Anonymous Anonym said...

kongenial!

 

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