Dienstag, April 24, 2007

Ich bin ein Rebell (im Kleinen)

Hallo Freunde, ich bin ein Rebell.

"Natürlich bist du das!", mag der ein oder andere von euch jetzt denken und hat natürlich Recht damit. Sicherlich ist jedoch für den Uneingeweihte nicht ganz klar, was mich letztlich zum Nonkonformisten macht. "Aber wieso ist der Typ eigentlich so endzeitlich krass?", fragt man sich dann. Und diese Frage ist zumindest auf den ersten Blick auch berechtigt.
Ich werfe nie (oder zumindest selten) mit Steinen auf Authoritätspersonen, so viel ist mal klar. Auch weiß ich vom Chè, dem personifizierten Rebellentum, nicht viel mehr, als dass er aussah wie ein Pirat - und ich bin eher der Ninja-Typ. Zu guter letzt ich habe auch kein babyblaues T-Shirt, das mich aufmerksmkeitswirksam als "Rebell" auszeichnen würde. Ach ja, und bei Star Wars drücke ich jedesmal den TIE-Fightern die Daumen, weil die so ein cooles "Wrruääääh" von sich geben, kurz bevor die von den alberenen Rebellen-Kisten zu Klump geschossen werden.
Aber darum geht's auch gar nicht. Das ist alles entweder Sozialromantik, und war daher immer schon Unsinn oder vegitiert längst im Altenheim "Zum Heiligen Sankt Mainstream" vor sich hin und sitzt dort zwischen den Toten Hosen und Madonna auf einem Rheumakissen gefülllt mit 50 Euro Scheinen. Ich wette, sogar in der Kaarster JU-Zentrale hängt inzwischen ein Plakat vom Maximo Lidre rum, weil das von der letzten Sommerparty im Jugendzentrum übrig geblieben ist und inzwischen keinen mehr stört. Viel mehr sind es in Wahrheit die kleinen, unscheinbaren Dinge, die mich zum Rebellen machen. Und weil ich heute so gut gelaunt bin, teile ich mein Wissen mit euch, damit ihr in Zukunft nicht zur gleichgeschalteten Masse gehört.

1) Niemals von "gleichgeschalteten Massen" reden. Damit bugsiert man sich nämlich ganz schnell in eine sehr unangenehme Ecke. Dort lauern neben Punks (Officially dead since '76, asshole!), Philosophistudentinnen im ersten Semester ("Ich studiere das, weil Philo die einzige zweckfreie Wissenschaft ist. Ich bin überhaupt gegen jede Art von Vorgaben. Vor allem, die der Mode. Die sollte man verbieten.") nämlich vor allem eine Horde zähnefletschender Goth-Teens. Das sind in der Regel überlaunige und (überwiegend übergewichtige) Memmen, die glauben, dass stumpf vor sich hin grunzende Metal-Bands aus Norwegen mit verschmiertem Kiss-Facepaint im Jahr 200X noch irgendwen erschrecken. Stattdessen diesen "Rebellen" gegenüber betonen, dass sie mit Abstand der spießigste Haufen jenseits einer Stachelschweinfarm sind. Was natürlich auch zutrifft.

2) Anstelle von babyblauen Shirts mit einem Bekennerschreiben zum Rebellentum mit seinen Klamotten dahin treten, wo's wirklich wehtut. Mein Tipp, der mir jeden morgen das Flanieren über den Benrather Bahnhof versüßt:













3) Wenn ihr beim Smalltalk auf der nächsten WG-Party über Lieblingsbands plaudert, niemals ehrlich sein und sagen: "Das ist deine Lieblingsband? Im Ernst? Sorry, ich find die scheiße und du hast keinen Plan vom Leben, Arschbratze!" Stattdessen nonchalant zustimmen: "Ich find die auch toll, aber ich bevorzuge die japanische Special Edition von ihrem letzten Remix-Album. Der Track mit DJ Pedofilez ist besonders geil, findest du nicht?" Das klingt weniger bemüht, umschifft die Gleichgeschaltete-Massen-Falle und lässt euch trotzdem non-konform (und damit potentiell Beischlaf-kompatibel) erscheinen. Bei Diskussionen über Tokio Hotel grundsätzlich lautstark verkünden: "Ich finde die weniger behindert als Franz Ferdinand!" Danach selbstzufrieden die Reaktionen beobachten und das Ego in den Himmel steigen sehen. Merke: Dagegen sein, wenn es keiner erwartet ist wirksamer als ein konsquentes "Nä!" zu allem und jedem.


So, das war's erstmal. Bei Bedarf und Interesse verrate ich mehr Tricks beim nächsten mal. Muss jetzt ganz unangepasst Dr. House zu Ende gucken.

3 Comments:

At 12:04 vorm., April 25, 2007, Anonymous Anonym said...

Und noch ein Feind :(

 
At 9:43 nachm., April 26, 2007, Anonymous Klugscheißer said...

ich bin ja schon ein interpunktionstiefflieger aber deine Klammersetzung unter 1.) tut aua sein.

 
At 11:22 vorm., April 28, 2007, Anonymous 0211 said...

reicht es nicht, dass der p4Xil0R und der feind...
immer diese scheiß überläufer

 

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