Montag, April 30, 2007

Villain of the Day #44

Der heutige Villain kommt gleich in einer unzähligen Vielzahl von Kostümen daher:

ALKOHOL



Mal ist er eingepackt in eine kleine Flasche Gerstensaft oder verkleidet sich Form eines Glases, das sich als einen allseits beliebten Cocktail getarnt hat oder in viele andere meist leckre Flüssigkeiten, die eine längere Aufzählung zur Folge hätte...
Zum Glück ist die Reinform unerträglich, wie hier der Kollege Ethanol:






Vor allem aber vor großen Festen, wie den heute anstehenden Tanz in den Mai, lassen wir es, wie sooft in den vergangenen Menschen-Zeitaltern, ordentlich Krachen. Und das Teufelszeug wir vielfach die Kehlen runtergespült... Egal ob mit Gummibären-Saft (hier verdünnt) oder als Misch-Getränke (welches nach einer Stadt am Niederrhein benannt wurde und jetzt in cabs,v+ oder andere Schweinerei in den hiesigen Gertränkemärkten zu finden ist. Ein gewisses affines Verhalten können wir alle nicht von der Hand weisen.

Ich freu mich schon auf die Bekundungen am morgigen Tag, wie schlimm der Villain gestern wieder zugeschlagen hat. Nun habe ich vorhin zur Kuchenzeit schon mit einem roten Zeug des Anti-Fußball-Landes schlechthin angefangen, den Tanz in den Mai zu begießen. Aber was dem Eros seine verflossene ist, ist mir nur billig: Ramazottel/Zitrone, fein in der Mischung, nicht zu aufdringlich und erst spät in der Blutbahn ankommend. Will sagen, ich bin schon betrunken und der Rest des Abends kann kommen - PR0ST (mir alles wurscht, übrigens) - zum Glück muss ich auf keinen Maskenball und kann mich heute ordentlich daneben benehmen.

ich werd mal den Grill anwerfen jetzt und mit dem Geparkten weiter machen:

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Sonntag, April 29, 2007

Ego-Ecke


Manchmal brauchst hat einfach nicht mehr an Abenden wie diesem: kühles Bier, 'nen guten Platz und 'nen entspannten Blick: PR0ST !!!

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Samstag, April 28, 2007

Düüüssel Dorf

Panorama I
meine Farben: Rot und Weiß !!!

Dienstag, April 24, 2007

Ich bin ein Rebell (im Kleinen)

Hallo Freunde, ich bin ein Rebell.

"Natürlich bist du das!", mag der ein oder andere von euch jetzt denken und hat natürlich Recht damit. Sicherlich ist jedoch für den Uneingeweihte nicht ganz klar, was mich letztlich zum Nonkonformisten macht. "Aber wieso ist der Typ eigentlich so endzeitlich krass?", fragt man sich dann. Und diese Frage ist zumindest auf den ersten Blick auch berechtigt.
Ich werfe nie (oder zumindest selten) mit Steinen auf Authoritätspersonen, so viel ist mal klar. Auch weiß ich vom Chè, dem personifizierten Rebellentum, nicht viel mehr, als dass er aussah wie ein Pirat - und ich bin eher der Ninja-Typ. Zu guter letzt ich habe auch kein babyblaues T-Shirt, das mich aufmerksmkeitswirksam als "Rebell" auszeichnen würde. Ach ja, und bei Star Wars drücke ich jedesmal den TIE-Fightern die Daumen, weil die so ein cooles "Wrruääääh" von sich geben, kurz bevor die von den alberenen Rebellen-Kisten zu Klump geschossen werden.
Aber darum geht's auch gar nicht. Das ist alles entweder Sozialromantik, und war daher immer schon Unsinn oder vegitiert längst im Altenheim "Zum Heiligen Sankt Mainstream" vor sich hin und sitzt dort zwischen den Toten Hosen und Madonna auf einem Rheumakissen gefülllt mit 50 Euro Scheinen. Ich wette, sogar in der Kaarster JU-Zentrale hängt inzwischen ein Plakat vom Maximo Lidre rum, weil das von der letzten Sommerparty im Jugendzentrum übrig geblieben ist und inzwischen keinen mehr stört. Viel mehr sind es in Wahrheit die kleinen, unscheinbaren Dinge, die mich zum Rebellen machen. Und weil ich heute so gut gelaunt bin, teile ich mein Wissen mit euch, damit ihr in Zukunft nicht zur gleichgeschalteten Masse gehört.

1) Niemals von "gleichgeschalteten Massen" reden. Damit bugsiert man sich nämlich ganz schnell in eine sehr unangenehme Ecke. Dort lauern neben Punks (Officially dead since '76, asshole!), Philosophistudentinnen im ersten Semester ("Ich studiere das, weil Philo die einzige zweckfreie Wissenschaft ist. Ich bin überhaupt gegen jede Art von Vorgaben. Vor allem, die der Mode. Die sollte man verbieten.") nämlich vor allem eine Horde zähnefletschender Goth-Teens. Das sind in der Regel überlaunige und (überwiegend übergewichtige) Memmen, die glauben, dass stumpf vor sich hin grunzende Metal-Bands aus Norwegen mit verschmiertem Kiss-Facepaint im Jahr 200X noch irgendwen erschrecken. Stattdessen diesen "Rebellen" gegenüber betonen, dass sie mit Abstand der spießigste Haufen jenseits einer Stachelschweinfarm sind. Was natürlich auch zutrifft.

2) Anstelle von babyblauen Shirts mit einem Bekennerschreiben zum Rebellentum mit seinen Klamotten dahin treten, wo's wirklich wehtut. Mein Tipp, der mir jeden morgen das Flanieren über den Benrather Bahnhof versüßt:













3) Wenn ihr beim Smalltalk auf der nächsten WG-Party über Lieblingsbands plaudert, niemals ehrlich sein und sagen: "Das ist deine Lieblingsband? Im Ernst? Sorry, ich find die scheiße und du hast keinen Plan vom Leben, Arschbratze!" Stattdessen nonchalant zustimmen: "Ich find die auch toll, aber ich bevorzuge die japanische Special Edition von ihrem letzten Remix-Album. Der Track mit DJ Pedofilez ist besonders geil, findest du nicht?" Das klingt weniger bemüht, umschifft die Gleichgeschaltete-Massen-Falle und lässt euch trotzdem non-konform (und damit potentiell Beischlaf-kompatibel) erscheinen. Bei Diskussionen über Tokio Hotel grundsätzlich lautstark verkünden: "Ich finde die weniger behindert als Franz Ferdinand!" Danach selbstzufrieden die Reaktionen beobachten und das Ego in den Himmel steigen sehen. Merke: Dagegen sein, wenn es keiner erwartet ist wirksamer als ein konsquentes "Nä!" zu allem und jedem.


So, das war's erstmal. Bei Bedarf und Interesse verrate ich mehr Tricks beim nächsten mal. Muss jetzt ganz unangepasst Dr. House zu Ende gucken.

Montag, April 23, 2007

Obacht, Schreibende Zunft!

(Alle, die jetzt zweitklassigen Unsinn über drittklassige RTL-Sendungen lesen wollen: Pech gehabt, jetzt geht's um eine Herzensangelegenheit...)

Wie einige von euch vielleicht wissen, bin ich zur Zeit bei einem global erfolgreichen Unterhaltungssoftware-Giganten tätig und komme daher in ruhigen Minuten bisweilen in den Genuss, die aktuellesten Ausgaben diverser Videospielmagazine durchzublättern. Jetzt denkt ihr bestimmt: "So ein Glückspliz, so würde ich mir meinen Lebensunterhalt auch gerne verdienen! Und gut aussehen tut er auch, der Hengst. Stattdessen bin ich [Bänker, Student, Fluffer] und keine dieser heißen Bienen lässt mich ran. [Ausnahme: der Fluffer Bene.]" Wie eure Chancen für eine erfolgreiche Vermehrung stehen, kann ich in den meisten Fällen nicht einschätzen, aber was das Lesen von Computerspielzeitschriften angeht, muss ich eure Illusionen leider mit dem massiven Vorschlaghammer der Wirklichkeit auf die klitzekleinen Kniescheiben klopfen: Tatsächlich habe ich privat nämlich schon vor einiger Zeit aufgehört, mir regelmäßig Fachgazetten zu meinem Lieblingshobby zu kaufen - und das aus gutem Grund, wie ich finde. Ab und zu lag mal eine GEE beim Kiosk rum, die ich mir gekauft habe, aber ansonsten war's das auch schon. Und woran liegt's? Am Vokabular, dem vermaledeiten und an diesem langweiligen Schreibstil! Immer dasselbe, völlig austauschbar und so gleichgeschaltet! Halbwegs Interessierte werden jetzt anmerken, dass die Forderung nach dem Aufbrechen alteingesessener Textstrukturen ja sowas von 2005 ist, aber mir ist das ebenso egal wie die neuste Stromberg-Staffel. Daher also mein Beitrag zur NGJ-Debatte von vor zwei Jahren. Kein Pamphlet, kein Manifest, sondern einfach schlichte Forderungen, die bitteschön sofort umgesetzt werden!

In der Zukunft will ich nie wieder folgende Worte oder Phrasen lesen müssen (rechts übrigens ein Schnappschuß von mir beim Lesen, Ladies!)
  • "Was für eine [Atmosphäre, Stimmung, Enttäuschung, etc.]!"
  • "Referenztitel"
  • "Konsolero"
  • "Liebe Programmierer,..."
  • "Würde ich mir wünschen..."
  • "Liebe Programmierer, ich würde mir wünschen..."
  • "Grafik" (Ernsthaft, nie wieder!)
  • "Ich freue mich auf [Belangloses Spiel]."
  • Alliterationen bei Absatzüberschriften ("Prima Prügler")
  • Wo wir gerade dabei sind: "Prügler"
  • "[Profis, Anfänger, Neulinge, Asthmatiker] freuen sich auf..."
  • Gängige Genre-Bezeichnungen. Alternative: "Fettiger Bolzkuchen" für Shooter jeder Art, "Ehesimulatoren" für Beat'em Ups, "Autisten-Sammellager" für MMORPGs und "Dreck, den niemand mit Eiern jemals spielen würde" für alle Dr.Kawashima-Clones.
  • "Davon will ich mehr!"
  • "World of Warcraft."
  • Schlichtweg alles, was zwischen Titelblatt und Umschlagsrückseite der deutschen EDGE steht. Redakteur Babelfisch, sie sind gefeuert!
  • "Zu brutal!" [R.I.P, PC Joker!]
Stattdessen will ich öfters lesen:
  • "Unterirdischer Müll."
  • "Das beste Spiel aller Zeiten." [Mehr Mut zum Superlativ!]
  • "Das Spiel hat mich erniedrigt und zu seiner Nutte gemacht." [Mehr Mut zur Wirklichkeit]
  • "Der Ron Jeremy unter den fettigen Bolzkuchen."
  • "Daikatana 2."
  • "Das Spiel geht grundsätzlich in Ordnung, braucht aber mehr Elmer. Elmer!"
  • "Hey, [Vorname des Programmierers, der für einen Kritikpunkt des Spiels verantwortlich ist], ich hasse dich aus tiefstem Herzen. Gott übrigens auch." Das muss zwar nicht unbedingt stimmen (Obwohl Gott selbstverständlich alle Menschen mit Interesse für Computer hasst, sonst sähen die ja nicht alle so aus wie sie aussehen). Aber mal ganz im Vertrauen: die Programmierer kommen in Testberichten im Allgemeinen einfach viel zu gut weg. Wenn ein Spiel objektiv gesehen scheiße ist (und nicht nur, weil man nach Animal Crossing: Wild World und Okami hätte aufhören sollen, Spiele zu programmieren), dann ist das die Schuld derer, die es schlampig und/oder planlos programmiert haben! Und dann kann man diese auch ruhig mal beleidigen oder ihren Eltern selbstgebaute Pipebombs schicken.
  • [Anstelle eines Testberichts zum x-ten GTA-Rip-off:]"IchWillOkamiOkamiOkamiOkami..."
So, ich denke, dass sind realistische und vernünftige Forderungen. Bis sie umgesetzt sind, beschränke ich mich bei der Informationssuche zu meinen Lieblingsspielen weiter auf die Meinung obskurer 14jähriger Amerikaner und Komiker, die es auf beängstigende Weise schaffen, ein Spiel wie Paper Mario in all seinen Facetten in einem Satz zusammenzufassen: "Fuckin awesome."

Sonntag, April 22, 2007

Villian of the Day #43

Während ich den letzten Artikel verfasst habe, lief zeitgleich die RTL-Seifenoper "Alles was zählt". Da ich weiss, dass niemand außer mir dieses in Episoden ausgestrahlte Brechmittel sieht, kläre ich euch Unwissende kurz auf und nenne die essentiellen Fakten:

  • Liebe Eiskunstläuferin ist auf der Suche nach Liebe - in several wrong places.
  • Böse Eiskunstläuferin (File under: Spoiled rich kid) ist von Neid zerfressen und intrigiert wie die dicke Klassensprecherin meines Abijahrgangs.
  • Teilweise übergewichtige Nebenfiguren mit treuen Kuhaugen sind die besten Freunde der lieben Eiskunstläuferin und werden ansonsten in amüsanten Szenen einer Beziehung gezeigt.
  • Die Eltern der lieben Eiskunstläuferin gucken besorgt in die Kamera.
Ein waschechter Rip-Off der ersten Verliebt in Berlin-Staffel also und damit eigentlich keinen Eintrag wert. Aber nur eigentlich, denn die liebe Eiskunstläuferin wird von keiner Geringeren Als Tanja Szewczenko herself gespielt! Ich weiss, was ihr denkt: "Die muss doch schon Mitte 40 sein, so wie die Olle aussieht!" Aber keinen Neid, bitte sehr, denn sie hat sich dieses Äußere auch hart erarbeitet. Was hat diese Fraue für eine steile Karriere hinter sich!

  • Dreifache Meisterin im Eiskunstlauf. Übrigens hinter Curling offiziell die zweitschwulste aller denkbaren Aktivitäten (Fun Fact: Sex zwischen zwei Schwulen rangiert auf dieser Liste auf Platz 24.). Es bleibt zu vermerken: Things go downhill from here.
  • Denn anschließend war sie Nacktmodell im deutschen Playboy, dem Männermagazin mit genügend Geld für Hochglanz-Cover aber zu wenig Kohle für die wirklich attraktiven Mädels. Die entsprechenden Fotos verlinke ich daher nicht, denn die sind Schweinkram und sehen scheiße aus.
  • Dann Jury-Mitglied bei einer der beiden Eiskunstlauf-Eventshows des letzten Winters, wobei ich verrecken soll, wenn ich wüsste, in welcher.
  • Und jetzt Hauptdarstellerin in einer Soap-Opera, die eher schlecht als recht beim kritischen Fernsehpublikum ankommt.
Beeindruckend. Was aber besonders beeindruckend an Tanja Sze.. Sch.. Schteffschänkoh ist, sind ihre Zähne. Und wenn ich beeidruckend schreibe, meine ich natürlich erschreckend schief im Maul verteilt. Und in der oberen Reihe merkwürdig kurz, so als hätte dort ihr sadistischer Eislauf-Trainer (merke: Diese Zunft beherbergt nur verbitterte Russinnen in teuren Pelzmänteln oder unheimliche Päderasten in engen Hosen) seine Kufen geschliffen. Abgelenkt von ihrer Kauleiste der Schmerzen konnte ich den letzten Artikel kaum beenden, weswegen ich die Tanja nach einer viel zu langen Einleitung nun schlussendlich in den elitären Reigen unserer Tagesschurken aufnehme.


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Ze Germans #1

Achtung, Achtung!
Eigentlich hatten wir drei den Start der niegelnagelneuen "Ze Germans"-Rubrik schon länger geplant, es hätte nur mal einer damit anfangen müssen. Und genau wie bei der rituellen Steinigung des abgewählten kaarster JU-Vorstands letzten Sommer mach ich auch dieses Mal den ersten Schritt..

Also, in dieser Kategorie geht es um diverse Charaktere aus Film, Funk und Playstation, die man im Allgemeinen zwar kennt und liebt, aber auf den ersten Blick gar nicht als Landsmann erkennen würde. Alternativ stellen wir auch besonders obskure Beispiele für den stereotypen, Würste fressenden Kraut vor. Dementsprechend hat das Ganze nichts mit plumpen Patriotismus oder"Wir sind Papst, elender Untermensch"-Unsinn zu tun, sondern dient wirklich nur als augenzwinkernder Überblick, wie der gemeine Deutsche in (überwiegend) fremdländischen Produktionen wahrgenommen wird.

So, genug der Rechtfertigung für kommenden Unsinn, fangen wir einfach an. Schnell, Schnell!



Und wir treten die Tür gleich mit einem ziemlichen Knall auf: Meet Sven Hoek, bitches! Eigentlich ist dieses sympathische Dickerchen außerhalb eines illustren Zirkels von Hardcore-Fans nicht sonderlich bekannt, denn in der grandiosen Ren & Stimpy-Show tritt er meines Wissens nur in einer einzigen Folge auf. Dort aber immerhin wie ein waschechter Deutscher in Lederhosen und mit einem Faible für Natursekt-Spiele ("Don't Whiz on the Electric Fence"). Priceless Stuff.

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Samstag, April 21, 2007

Vera Int-Ven - Ein Leben als Lektion

Oh, Vera! Vera Int-Ven!

Auch erfolgreich in der Pelzindustrie aktiv: Vera Int-Ven.

Ihr, die ihr euch in der siebten Klasse für etwas zwar sehr schwules, aber ziemlich vernünftiges - nämlich Französisch - entschieden habt, wisset: "Vera" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Die Wahre, die Wahrhaftige". Und tatsächlich, Vera Int-Ven und ihre Sendung "Vera am Mittag" waren die wahrhaftigsten Lichtgestalten der Talkshow-Unterhaltung, bekanntermaßen der Ursprung aller Wahrheiten. All die anderen, all die Britts, Bärbels und Birtes konnten ihr niemals das Wasser reichen - ganz besonders die Birte nicht, diese talentlose Biber-Höhlenmensch-Kreuzung. Wahrlich, Vera thronte hoch oben auf ihrem Turm aus Magnolien, Damenunterwäsche und Salat-Krouton und blickte sanft lächelnd auf Publikum und Gäste herab. Dank ihrer einfühlsamen und professionellen Art wurde aus dem in geschmackvollem Blau- und Lachsrosatönen gehaltenen Studio in Berlin ein regelrechtes Spa für all die ostdeutschen Kernasozen ohne Job, Perspektive oder funktionierendes Sprachzentrum. Oh, diese täglich ausgestrahlte Therapiestunde für die Verlorenen, Vergessenen und Verkommenden erheiterte mich Jahr ein, Jahr aus.

Vera Int-Veen ist nicht verheiratet und lebt mit ihrer Lebensgefährtin in Berlin.
(Lesben = Hot!)

Und dann? Alles Gute muss irgendwann enden, nöhlte Nelly Furtado kürzlich noch sechsmal pro Stunde im Radio. Und so war es auch: Am 13. Januar 2006 endete eine Ära. Nach 2.064 Sendungen war Schluss, Schicht im Schacht und die Klappe für Vera am Mittag das letzte Mal gefallen. Unzählige Hausfrauen und Hausmänner in Spe (Na und?!) schrien auf! Ich weiss noch, wie ich an dem Tag durch ein Wechselbad der Gefühle ging: Wütend habe ich meine Fäuste in Richtung der Mattscheibe geschüttelt, die Verantwortlichen bei Sat1 verflucht und dann voller Schwermut und Ergriffenheit den beiden Zigeunerkindern in der Garage die Freiheit geschenkt. Zehn Jahre lang hatte Vera ihrem Sender treue Dienste und konstante Zuschauerzahlen beschert, und dann? Dann wurde sie ersetzt, durch... Sat1 am Mittag, moderiert von einer gesichtslosen (wenn auch zugegebenermaßen etwas schlankeren) Frau, deren Name ein einziger Rechtschreibfehler ist! Ernsthaft, liebe Taufpaten: Mareile? Mit "L"?!

Seit dem sie also von ihrem undankbaren Ex-Arbeitgeber mitleidlos in die Kniescheiben gefickt wurde (Achtung, knallharter Business-Slang!) wurde die arme Vera mit minderwertigen Sendeformaten der unseligen RTL-Sendefamilie abgespeist. Der kölner Mediengigant nahm ihren gebrochenen Körper in seine langen, dürren Klauen und verheizte sie im Abendprogramm! Im Abendprogramm! Sie, die Herrin der Vormittage! Man stelle sich vor: eine Löwin, geschoren ausgesetzt in der Antarktis! Veras Schicksal sollte uns allen eine Lehre sein: Egal, wie talentiert, sympathisch, natürlich oder überproportioniert man ist - irgendwann ist man den großen, bösen Fernsehgöttern nicht mehr gut genug. Daher mein Rat an euch: Kill yourself. Now.

My heart goes out to you, Vera. Always yours,
Langu.

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Mittwoch, April 18, 2007

Villain of the Day #42

"Villains!" I shrieked, "dissemble no more! I admit the deed!-tear up the planks!-here, here!-it is the beating of his hideous heart!"













Nein, unser heutiger Villain of the Day ist nicht Edgar Allan Poe selbst -obwohl dies mit Sicherheit ohne Probleme mögliche wäre-, sondern seine Kurzgeschichte "The Tell-Tale Heart" (zu Deutsch: Das verräterische Herz), bzw. vielmehr der dessen Protagonist.

Obwohl die Geschichte sicherlich den meisten, sei es direkt oder als Zitat (Simpsons, SpongeBob), bekannt sein dürfte, trotzdem hier der Originaltext und unten der wirklich grandiose Animationsfilm von 1953.



Sonntag, April 15, 2007

Still hating...

Okaysebreeze,
für meine letzte Hasstirade habe ich viel Lob erhalten. Danke dafür. Aber ehrlich gesagt habe ich jetzt ein Problem, denn was kommt jetzt? Where do we go from here, fragt der Scriptor vulgaris in einem kurzen Anflug von Selbstreflexion? Ich könnte natürlich einfach immer weiter stur drauflos hassen. Schließlich gibt es momentan weiss Gott genug Kandidaten:

Marco Schreyl, "Moderator" von DSDS, auch bekannt als der "Not so great Ringleader of the Tormentors" ist noch immer auf freiem Fuss und wurde trotz aller Bemühungen meinerseits bislang noch nicht von von der russischen Mafia zur Wurst gemacht. Ernsthaft, wer nennt sein Kind Marco und setzt es dann nicht bei der erstbesten Gelegenheit in einem Glascontainer aus?

Oder Christan Pfeiffer, seines Zeichens Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens und Kreuzritter gegen alles, was noch nicht Wasser in den Knien hat. Ein schrulliger Kauz, der entgegen aller Vernunft weiterhin hier und da ein öffentliches Forum für seine ganz eigene, ungemein spaßige Law-and-Order-Vision bekommt. So wird er u. a. in der WZ (als Zitat des Tages!) von vorgestern mit einem seiner beliebten Sinnsprüche zitiert: "Ansonsten steht nach wie vor der Satz: Die Vergreisung der Republik fördert die innere Sicherheit." Einfach mal genießen, sacken lassen und dann als Vergeltungsschlag das örtliche Altenheim anzünden.

Aber das sind alles easy-targets, die ersten Einträge, die man im Brockhaus unter "Opfer" findet. Was nicht heißt, dass von dieser Seite keine Seitenhiebe gegen solche Schnarchnasen mehr zu erwarten sind. Die Villian of the Day-Rubrik muss schließlich weitergeführt werden und vielleicht nutze ich die nächsten Minuten vor dem nächsten Sonnenbad für eine Fortetzung von wild zusammengeworfenen Scheußlichkeiten. Aber dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack: Hassen ist so unendlich viel einfacher, als Sachen toll zu finden. Ganz besonders, wenn man drüber schreiben will. Und weil ich nicht als jemand gelten will, der aus Bequemlichkeit und mangels Talent mit Kanonen nur auf Spatzenhirne schießt, sollte ich hier auch mal was Nettes schreiben. Nur über wen? Ich find schließlich alles furchtbar unknorke. Ergo fordere ich auf (und zwar alle, die das hier lesen können), mir etwas vorzuschlagen. Der Clou dabei: Ich muss es nicht mal kennen, was ich da auf Zuruf geiler finden soll als ein Schaschlik aus Manga-Lesern. Wenn ich also mal über die Vorzüge von Aluminium-Gerüstbauten bei Renovierungsarbeiten an Altbau-Fassaden schreiben soll, tell me so.

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Freitag, April 13, 2007

When Magic goes wrong...

Wir alle wissen, dass das Lokalfernsehen ein geistiger Friedhof für Ich-mach-was-in-Medien-Menschen ist. Aber das deren Gäste auch so blöd sind...ach, seht selbst...oh mein Gott.






Alter! Such dir einen richtigen Job! Zauberer ist nichts für dich!

Montag, April 09, 2007

Ich hasse Peter Jackson

Wir alle empfinden es als kosmische Ungerechtigkeit, wenn unsere Kindheitsträume nicht wahr werden. Oh, wie gerne würde ich jetzt mein Leben gegen das eintauschen, was ich mir als sechsjähriger Wonneproppen unzählige Male ausgemalt habe. Dann würde ich jetzt nämlich nicht frustriert in die Tasten meiner Aldi-Tastatur hauen, sondern an Bord meines eigenen WELTRAUM-Kreuzers durch den WELTRAUM fliegen! Ich würde mir wilde WELTRAUM-Schlachten mit gewaltigen Roboterarmeen, den Cyber-Clowns vom Evil WELTRAUM Circus und langbeinigen und vielbusigen WELTRAUM-Amazonen (aus dem WELTRAUM!) liefern! Komplett mit Explosionen, Blastern und allem. Natürlich wäre ich nicht alleine, sondern wäre in Begleitung meiner treuen Crew, rekrutiert aus den Helden und Vorbildern, die man als Sechsjähriger so hat. Mit den Turtles Seite an Seite WELTRAUM-Piraten durch Asteroidengürtel jagen, die Ghostbusters und He-Man gegen den riesigen Planetenfresser Xjruu`shuk in den Kampf begleiten oder Tiffi und Samson zum Schälen der WELTRAUM-Kartoffeln in die Kombüse abkommandieren. ("Das ist ein 'S'. Ein 'S' wie 'Schneller schälen, Soldat!")



Leider sieht es nicht so aus, als würde sich dieser Traum jemals in gelebte Wirklichkeit verwandeln: Inzwischen weiss ich, dass es im Vakuum des WELTRAUMS gar keine Explosionen gibt, ich es nicht einmal zu einem Führerschein gebracht habe, die NASA als ziemlich fauler Haufen seit 1988 immer noch keine WELTRAUM-Flotten entwickelt hat und dass Tiffi inzwischen nicht mehr Teil der Sesamstraße ist, sondern in Hollywood als Stuntdouble für eine "Die Vögel"-Remake engagiert ist.

Was mich auch gleich zum eigentlichen Thema bringt, nämlich nach Hollywood. Genauer gesagt in die Hobbithöhle von Peter Jackson. In der Hoffnung, dass ihr als treue Leser die letzten Jahre verschlafen habt (und somit nicht merkt, dass ich hier in Ermangelung von Inspiration mal wieder eiskalten Kaffee aufwärme, um ihn dann in eure vor Erstaunen aufgerissenen Mäuler zu spucken), gebe ich eine kurze, aber erschöpfende Zusammenfassung des Phänomens Peter Jackson:

1) Er ist fett, haarig und barfuss.
2) Seine Füsse sind voller fettiger Haare.
3) Er ist bemüht, in Hollywood als unangepasster Visionär zu wirken.
4) Die Grenze zwischen "unangepasster Visionär" und "im eigenen Erbrochenen schlafender Autist" ist fließend.
3) Er betont ständig, dass er aus Neuseeland kommt, dem Australien für Anfänger. Das rein weiße Australien, ohne diese nervigen Abor... Abo.. Abortion.. Eingeborenen. Selbstverständlich verkünden sämtliche Neuseeländer im Gegenzug bei praktisch jeder Gelegenheit, wie stolz sie auf ihren ungewaschenen Landsmann, seinen unermeßlichen Erfolg in Hollywood und ihre eigene Statistenrolle als Klumpen Ork-Kacke in "Die Rückkehr des Königs" sind.

Außerdem hat er die Herr der Ringe-Trilogie verbrochen, den heiligen Gral sozial minderbemittelter Geeks weltweit. Mich über diese Reihe noch ernstlich aufzuregen wäre zuviel des Guten und würde den Rahmen hier bei weitem sprengen. Nur so viel: Irgendwann zahlst du dafür, Jackson. Du und deine ganze Bande von weichgekochten Kiwi-Nazis!

Aber eigentlich soll es hier um King Kong gehen, seinem Film aus dem Jahre 2005. Und wie die Herr der Ringe-Streifen zuvor ist auch dieses Projekt natürlich ein ganz, ganz, gaaaanz lange und intensiv gehegter Kindheitstraum des Regisseurs. Jeden Tag hat dieser sich in seiner unbedarft übergeschnappten Art einen Ast gefreut, weil er ein unnötiges und überteuertes Remake eines Films über einen großen, haarigen Kerl machen durfte. Kompensationsdrang, Peter? Das Ergebnis von so viel Herzblut und beunruhigendem Interesse an all things hairy sind 24838 Stunden Film unterteilt in drei Akte: Eine Stunde lang führt die Exposition uninteressante und miserabel gespielte Charaktere ein, während sie in New York und anschließend auf einem Frachter ziellos umherirren und mich mit dem immergleichen Gelaber nerven. Am schlimmsten ist Jack Blacks Charakter, eine gewaschene Version von Jackson selbst, mit irrem Blick und der Fähigkeit, weniger Leben auszustrahlen als Pinoccios hölzerner Hodensack. Auch Naomi Watts als Variete-Heulsuse und Affenwichsvorlage (Das macht sich bestimmt super im Portfolio, Baby!) und Adrien Brody als riesige Nase sind furchtbar, furchtbar, furchtbar. Dann beginnt auch schon der zweite Akt, dem mit der Zusammenfassung "24836 Stunden langes Schreien und Sterben auf einer Insel" noch geschmeichelt wird. Die Insel ist Heimat von allem, was man sich als fantasievoller Tolkienleser so vorstellen kann: Stereotype Wilde (Rituelle Narben, Check! Opferrituale, Check! Unheimlich vor sich hin murmelnde Schamenenhexe, Check!), die so schwarz sind, wie es ein strahlend weißer Neuseeländer sonst nur vom Arsch seiner Schafe kennt. Und natürlich von großen Insekten, überdimensionalen Egeln, riesigen Dinosauriern und King Kong.













Ein Promoplakat für King Kong. Nicht im Bild: King Kong. Stattdessen: Peter Jacksons Mutter Vicky beim Vorkauen der Nahrung für ihren Sohn. Ich hasse dich, Peter Jackson!

All diese unfreundlichen Zeitgenossen begegnen den Protagonisten nacheinander, was viel Raum für Peter Jacksons Talent eröffnet - nämlich Bilder im Widescreen-Format mit vielen bunten Farben und schreienden und schwitzenden Männern. Die Szenen mit King Kong und der zumindest auch schreienden Frau, in die der Affe sich unverständlicherweise auf den ersten Blick verknallt sind dagegen so plump und hilflos umgesetzt, dass man geneigt ist, den Versand von Care-Paketen nach Neuseeland sofort einzustellen, um nachfolgende Generationen von Filmemachern aus dieser grünen Hölle ein für allemal auszuhungern.
Hat irgendjemand Peter Jackson mal gesagt, dass man die eingereichten Drehbücher seiner sechsjährigen Nichte ruhig auch ablehnen kann? Ganz besonders, wenn sie auf dem Prinzip beruhen, dass jede Szene mindestens ein Monster enthalten muss, dass größer ist als das Monster davor? Um die unfassbare Langeweile und Berechenbarkeit des Films zu verdeutlichen, die mich als geistig halbwegs wachen Zuschauer zwangsweise überkommen musste, habe ich meinen regelmäßigen Kontakt mit Peter Jacksons Drehbuchschreiberin Frodoletta Jackson genutzt, und werde deren tatsächlich so im Film verwendeten Konzepte hier öffentlich machen. Zusätzlich ist es mir gelungen, originale Notizen von Jackson selbst aufzutreiben, die ich den jeweiligen Skizzen beifüge.










Szene 1: Böser Dino.











Szene 2: Böse Dinos. (Achtung: Größer!)










Szene 3: Böser Wels.











Szene 4: Böse Bienen. Und böse Spinnen. Und böse Egel. Viel böser Käferkram. Summ Summ.










Szene 5: King Kong! Böse? Vielleicht nicht! Achtung, hier besteht Potential für unkonventionnell subtile Handhabung der Beziehung zwischen großem, vielleicht bösen Affen und kreischender Frau. MUSS IN JEDEM FALL ZUGUNSTEN VON MEHR BUMMBUMM!, KNALLKNALL!, KREISCHIKREISCHI!, und bösen Bienen auf eine Szene beschränkt werden. Und in der kommen große Fledermäuse vor! HAHA! Heil dir, mein dunkler Kiwi-Gott für diese Inspiration!

Ach so! Nachdem der Affe und die Crew von Unsympathen von der Insel runter sind und die Handlung wieder nach New York verlegt wird, bricht der Affe aus, verwüstet die Innenstadt, wirft mit Autos um sich, fällt vom Dach des Empire State Buildings, Fade to Black, Klappe zu, Affe tot. Dieser letzte Akt dauert in etwa fünf Minuten. (Womit nicht gesagt ist, dass er sonderlich kurzweilig wäre. Mit "fünf Minuten" meine ich "Fünf Minuten, in denen tollwütige Ratten sich durch mein Nasenloch zwängen. Und zwar von Innen.")
Gute Arbeit, Peter, Herr der dramturgischen Rektalexperimente! Wie wäre es stattdessen gewesen, das Drama um den gefangenen Affen näher zu beleuchten und sich mehr Zeit für seine Gefangenschaft zu nehmen, fragt der letzte Rest von Peter Jacksons geistiger Zurechnungsfähigkeit sich jeden Abend zögerlich, nur um von den haarigen Füßen auf die Plätze verwiesen zu werden! "Das ist ein Peter Jackson-Film! Von Peter Jackson für all die Peter Jacksons der Welt. Und Peter Jackson will AFFEN, DIE AUTOS WERFEN!

Man merkt mir an, wie sehr ich leide, oder? Ich werde noch ewig darauf warten, dass sich meine Wünsche erfüllen! Aber ein Autist wie Peter Jackson muss nur einmal etwas verstohlen in seinen Bart sabbern und prompt bekommt er alles Geld der Welt, um seine verrückten Pläne in die Tat umszusetzen - ob dies gegen die Genfer Konventionen verstößt oder nicht. Es ist unfair! Hollywood-Produzenten, erhört mein Flehen! Gebt diesem Mann nie wieder Geld. Und gebt mir Tiffi zurück.

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